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Deutsche Möbelindustrie im 1. Halbjahr 2014

Deutsche Möbelindustrie im 1. Halbjahr 2014

Wie Axel Schramm, Präsident des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM), anlässlich der Wirtschaftspressekonferenz des Verbandes am 27. August 2014 in Köln ausführte, hat die Branche im 1. Halbjahr 2014 ein Umsatzplus in Höhe von insgesamt 1,6 % erzielt. „Damit tritt unsere Branche derzeit wirtschaftlich auf der Stelle. Dies wird sich nach unserer Einschätzung bis zum Jahresende auch nicht wesentlich ändern, so dass wir an unserer Prognose festhalten und von einer schwarzen Null für das Gesamtjahr 2014 ausgehen“, so Schramm.
Auffällig sei, dass diese eher unterdurchschnittliche Entwicklung der deutschen Möbelindustrie in einem insgesamt sehr guten Marktumfeld in Deutschland stattfindet.
„Made in Germany“
Für deutsche Hersteller ist Qualität – unabhängig vom Preissegment – selbstverständlich. Dieser Aspekt müsse stärker nach außen gestellt werden. „Wir müssen klare Statements schaffen als deutsche Möbelindustrie, also als Möbel aus Deutschland erkennbar sein und nicht als Kopie der Stärke anderer. Auch aus diesem Grund setzen wir uns für eine europaweite verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Möbeln ein.“ Mit diesem obligatorischen „Made in Germany“ werde den Konsumenten neben dem Preis ein weiteres wichtiges Kaufargument an die Hand gegeben, das auch wichtige Informationen zu Herkunfts-, Sozial- und Qualitätsstandards gibt.
Zudem müssen gemeinsam mit dem Handel auch Antworten auf die Fragen gefunden werden, die die zunehmende Vermarktung von Möbeln über das Internet aufwirft. Der zuletzt von der BBE Handelsberatung ermittelte Wert für den Online-Verkauf liegt bei 6,3 %. Ein komplexes Kulturgut wie Möbel lässt sich jedoch nicht ausschließlich am Computer begutachten und schon gar nicht erleben. Deswegen wird auch in Zukunft der stationäre Handel seine überragende Bedeutung behalten. Beide Vertriebsformen sind wichtig und bedingen einander.
Faire Marktchancen

Um faire Marktchancen bemüht sich der VDM derzeit im Rahmen einer offiziellen Beschwerde bei der Generaldirektion Wettbewerb der Europäischen Kommission. So wurde Beschwerde gegen die Subventionen an die polnische Möbelindustrie eingereicht. Diese richtet sich gegen Beihilfen für den Kauf bzw. die Modernisierung von technischen Anlagen zur Herstellung von Kastenmöbeln im Rahmen des Europäischen Strukturfonds.
Obwohl sich die Beschwerde offiziell gegen Subventionen aus der Förderperiode der Jahre 2008 bis 2013 richtet, erhofft sich der VDM eine stärkere Sensibilisierung der europäischen Vergabestellen für neue Subventionsanträge des Förderzeitraums 2014 bis 2020. Insofern setzt der VDM eher auf eine intensivere und kritischere Prüfung der in Polen vergebenen Strukturfondsmittel in der Zukunft denn auf eine Rückzahlung der in der Vergangenheit vergebenen Subventionsmittel.
Inlandsmarkt wird zunehmend von Importware dominiert
Der Anteil der Importware an den in Deutschland verkauften Möbeln liegt bei 58 %. Die Importe steigen auch 2014 weiter. Polen an der Spitze der wichtigsten Ursprungsländer für Möbeleinfuhren nach Deutschland baut seine Position aus: Von Januar bis Mai 2014 stiegen die Möbeleinfuhren um 7,6 % auf 1,1 Mrd. €. Damit stammt jedes vierte importierte Möbel aus Polen. Das zweitwichtigste Lieferland bleibt China. Insgesamt konnten im bisherigen Jahresverlauf v.a. osteuropäische Länder ihre Lieferungen nach Deutschland steigern: Tschechien +65,1 %, Ungarn +14,3 %, Litauen +10,3 %. Demgegenüber sanken die Möbelimporte aus den traditionellen Lieferländern: Italien –6,7 %, Österreich –18,5 %, Schweden –11,7 %.
Sinkende Exportquote
Mit einer Exportquote von rund 30 % bezogen auf den Industrieumsatz liegt die Möbelindustrie weit hinter anderen Industriebranchen in Deutschland. Der Export der deutschen Möbelindustrie sank von Januar bis Mai 2014 um 0,8 % auf 3,8 Mrd. €. Die Ausfuhren in die EU-Länder gingen um 0,4 %, die Exporte in die europäischen Länder außerhalb der EU um 1,5 % zurück. Rückgänge von 5,1 % verzeichnete der Absatz nach Asien.
Die Ausfuhren entsprechend dem Gesamtranking: Frankreich –8,3 %; Schweiz –1,3 %; Österreich –4,1 %; Niederlande –2,3 %. Demgegenüber konnten die Ausfuhren auf den britischen Markt um 8 % gesteigert werden. Schwierig ist es nach wie vor in den südeuropäischen Ländern; auch in Russland und China, wenngleich das Potenzial dort enorm ist. Besser laufen die Möbelexporte in die USA: +7,2 %.
VDM

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