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Deutsche Möbelindustrie mit erster Bilanz für 2019

„Auch wenn es oft nicht so wahrgenommen wird, geht es der deutschen Möbelindustrie nach wie vor mehrheitlich gut und unsere Unternehmen sind deutlich professioneller und zukunftssicherer aufgestellt als eben noch vor 10 Jahren.“ Das erklärte Jan Kurth, Geschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM), anlässlich der Pressekonferenz zur imm cologne 2020 am 8. Januar in Köln.

Ende 2009 erwirtschaftete die deutsche Möbelindustrie einen Umsatz von 15,4 Mrd. €, die Branche zählte 540 Betriebe und mit 90.000 Beschäftigten. „Jetzt, zehn Jahre weiter, liegen wir bei 17,7 Mrd. € Umsatz in 477 Betrieben und mit 85.000 Beschäftigen“, so Kurth.

Kurz vor Weihnachten habe der VDM eine repräsentative Befragung mit dem Marktforschungsinstitut TNS Kantar in Deutschland durchgeführt. Demnach planen knapp 19 Millionen Menschen in 9,3 Millionen Haushalten im Jahr 2020 die Anschaffung neuer Möbel. Die durchschnittliche Ausgabenbereitschaft 2020 für Möbel beträgt 2.581 € pro Haushalt.

Marktanalyse 2019

Auch die aktuelle Entwicklung der Auslandsmärkte stimme positiv: In den ersten zehn Monaten 2019 gingen 32,8 % der in Deutschland produzierten Möbel direkt ins Ausland. Dies ist die höchste jemals gemessene Exportquote. Um die Jahrtausendwende betrug sie 16,3 % – „ihr kontinuierlicher Anstieg ist ein eindrucksvoller Beleg für die hohe internationale Wertschätzung deutscher Möbel“.

Insgesamt stiegen die Ausfuhren im Jahresverlauf 2019 um 2,1 %. Die meisten großen außereuropäischen Märkte liegen derzeit im Plus. Allein die Möbelausfuhren in die USA konnten von Januar bis Oktober 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 15,1 % gesteigert werden. Der Absatz deutscher Möbel in Russland erhöhte sich nach längerer Schwächephase 2019 das dritte Jahr in Folge um aktuell 18,8 %. Andere wichtige Wachstumsmärkte wie Japan, Kanada und Südkorea profitieren von den jüngsten Freihandelsabkommen mit der EU und wiesen ebenfalls positive Vorzeichen auf. Lediglich China als Wachstumsmarkt der vergangenen Jahre fiel 2019 um 22,3 % zurück.

Auch innerhalb der EU zog die Möbelnachfrage im Jahr 2019 im Vergleich zum Vorjahr deutlich an. Frankreich konnte sich als wichtigster Absatzmarkt für Möbel „Made in Germany“ behaupten, die deutschen Möbelausfuhren legten um 6,8 % zu. Auch andere europäische Märkte wie die Schweiz, Belgien, Polen, Italien und Schweden entwickelten sich positiv. Bremsspuren erzeugt hingegen vor allem der Brexit: Die deutschen Möbelexporte über den Ärmelkanal reduzierten sich das dritte Jahr in Folge um aktuell 3,2 % auf jetzt knapp 700 Mio. €.

Dennoch bleibt der heimische Markt mit zwei von drei abgesetzten Möbeln auch im Jahr 2020 der mit Abstand wichtigste Markt für die deutschen Möbelhersteller.

Das Jahr 2019 bescherte der deutschen Möbelindustrie eine Seitwärtsbewegung und wird mit einem geringfügigen Umsatzminus in Höhe von rund einem halben Prozent abschließen. Von Januar bis einschließlich Ende Oktober 2019 weist die Branchenstatistik ein leicht negatives Ergebnis von 0,4 % mit einem Gesamtumsatz von knapp 14,9 Mrd. € aus. Für das Gesamtjahr 2019 rechnet Kurth mit einem Umsatz von rund 18 Mrd. €.

Red./Verband der Deutschen Möbelindustrie

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