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Deutsche Möbelindustrie auf Wachstumskurs

Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer des Verbandes der Deutschen Möbelindustrie (VDM), erklärt anlässlich imm cologne 2017 in Köln: Die deutsche Möbelindustrie wird zum Ende des Jahres 2016 zum dritten Mal hintereinander ein Umsatzplus verzeichnen und erstmals die Umsatzgrenze von 18 Mrd. € knacken. Auch im Jahr 2017 erwartet die heimische Möbelindustrie ein weiteres Wachstum.

In den ersten drei Quartalen 2016 verzeichnete die Branche – wenn auch in den Segmenten sehr unterschiedlich – ein Plus von 4,0 %. Zum Beginn des vierten Quartals kam es zu einer Abkühlung der Entwicklung gekommen. Klaas: „Wir rechnen aber dennoch mit einem Umsatzplus von rund 3,5 % auf etwa 18 Mrd. € im Jahr 2016. Dies ist ein neues Allzeithoch, welches sowohl das Vorkrisenniveau bis 2008 übersteigt als auch den historisch starken Möbelumsatz nach der Wiedervereinigung übertrifft.“
Umsatz nach Segmenten
Dieses Umsatzplus setzt sich nach den Daten des Statistischen Bundesamtes für die ersten zehn Monate 2016 wie folgt zusammen:
Das Segment der Wohnmöbel zeigt ein Umsatzplus von 2 % auf 6 Mrd. €. Die Küchenhersteller erreichten ein Plus von 4,1 % auf einen neuen Rekordwert von fast 4 Mrd. €. Das Segment Büromöbel wuchs um 5,7 % auf knapp 1,8 Mrd. €. Die Laden- und Objektmöbelhersteller erreichten bei einem Plus von 8,3 % einen Umsatz von knapp 1,5 Mrd. €. Matratzen verzeichneten ein Umsatzminus von 3,7 % auf eine Dreiviertelmilliarde Euro. Für die Polstermöbelindustrie weist die amtliche Statistik ebenfalls einen Umsatzrückgang um 4 % auf fast 0,84 Mrd. € aus.
Die amtliche Auswertung erfasst alle in Deutschland produzierten Möbel. Von deren Gesamtumsatz gingen in den ersten 10 Monaten 2016 fast 32 % direkt ins Ausland. Vor zehn Jahren lag diese Quote noch bei 24,6 % – ihr kontinuierlicher Anstieg ist ein eindrucksvoller Beleg für die hohe internationale Wertschätzung für deutsche Möbel.
Die durchschnittliche Zahl der in den ersten zehn Monaten 2016 produzierenden Möbelfirmen in Deutschland lag bei 499 (-0,1 % zum Vorjahr). Die Zahl der Beschäftigten um 0,4 % auf 84.137. 
Exporte und Importe
Natürlich hat die deutsche Möbelindustrie auch 2017 mit Problemen zu kämpfen: Nach wie vor bleibt die große Importschwemme, nach wie vor bleibt der enorme Druck auf die Marge, der Investitionen in dringend notwendige neue Techniken und Digitalisierung erschwert. Es kann daher auch trotz Umsatzzuwächsen der Branche zu Schieflagen einzelner Unternehmen kommen, so Klaas.
Der gesamte Möbelexport stieg in den ersten drei Quartalen 2016 um 1,2 % auf 7,7 Mrd. €. Der Absatz in die EU-Länder entwickelte sich mit einem Plus von 2,4 % auf 5,4 Mrd. € besonders positiv. Die Ausfuhren in den wichtigsten internationalen Absatzmarkt Frankreich sanken um 0,1 %, in die Schweiz um 0,3 %. Die Ausfuhren in die Niederlande konnten um 9 %, nach Italien 5,8 %, nach Belgien um 5,1 % gesteigert werden. Der Brexit hatte bisher noch keine spürbaren negativen Auswirkungen auf die deutschen Möbelexporte – die deutschen Ausfuhren über den Ärmelkanal wuchsen von Januar bis September 2016 um 4,7 %. In den spanischen Markt legten die deutschen Möbelexporte um 3,3 % zu. Weniger Möbel konnten hingegen nach China und in die USA geliefert werden.
Die Importe entwickelten sich mit einem Plus von 1,9 % in den ersten drei Quartalen auf ein Gesamtvolumen von 9,3 Mrd. €. Die meisten Möbel kamen mit einem weiter wachsenden Wert von fast 2,5 Mrd. € aus Polen. Dann folgen China (1,4 Mrd. €) und Tschechien (1,2 Mrd. €). Diese Entwicklung beobachtet der Verband der Deutschen Möbelindustrie mit Sorge, denn damit wächst der Import weiterhin stärker als der Export des deutschen Möbelmarktes. 2016 ist die Quote der Möbel ausländischer Herkunft im deutschen Handel um weitere 2 % auf nunmehr 64 % gestiegen.
 
Zuversichtlich in das Jahr 2017
Auch für das Jahr 2017 ist die Branche zuversichtlich, denn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben gut. Der wirtschaftliche Erfolg der Möbelhersteller wird maßgeblich von der Bautätigkeit beeinflusst. Die Bautätigkeit wächst deutlich stärker als die Gesamtwirtschaft.
In der Gesamtbewertung erwartet der Verband der Deutschen Möbelindustrie für 2017 ein weiteres Umsatzplus von bis zu 2 %.
VDM/Red.

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