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Deutsche Möbelindustrie: Aggressiver Preiskampf durch Importware

Deutsche Möbelindustrie: Aggressiver Preiskampf durch Importware

Die Deutsche Möbelindustrie rechnet für das Jahr 2013 mit einem Umsatz auf Vorjahresniveau. Damit kann zwar das Wachstum der vergangenen drei Jahre nicht fortgesetzt werden, aber die Lage ist gemessen an Meldungen aus anderen Branchen vergleichsweise stabil, so der Verband der Deutschen Möbelindustrie (VDM) anlässlich der internationalen Messe imm cologne 2013 vom 14. bis 20. Januar in Köln.
Eckzahlen für 2012
Vor allem in den asiatischen und nordamerikanischen Märkten erfreuen sich Möbel aus Deutschland wachsender Beliebtheit. Die Exporte nach Asien wuchsen bis Ende des Jahres 2012 um 11 %, die nach Nordamerika um knapp 13 %. Auch der zunehmend wichtiger werdende russische Markt legte mit knapp 19 % deutlich zu. Besonders große Sprünge in Einzelmärkten gab es bei Möbellieferungen nach Japan (+27,9 %), Mexiko (+23,7 %) und China (+11,8 %). Europa als Kernabsatzmarkt bleibt allerdings das Sorgenkind (-3 %).
Insgesamt setzte die deutsche Möbelindustrie nach vorläufigen Zahlen im Jahr 2012 etwa 17,2 Mrd. EUR und damit rund 2 % mehr als im Jahr 2011 um. Nach wie vor macht der Absatz in Deutschland mit rund 71,7 % oder 12,3 Mrd. EUR den entscheidenden Anteil aus. Direkt in ausländische Märkte wurden 2012 Waren im Wert von 4,9 Mrd. EUR (+1 % zu 2011) verkauft.
Jedes zweite in Deutschland verkaufte Möbelstück wird importiert
Doch die Konkurrenz mit Importen in erster Linie aus Asien nimmt zu. So stiegen die Importe aus China im vergangenen Jahr mit 11 % überproportional an. Die gesamten Möbelimporte stagnierten hingegen (+ 0,3 %). Insgesamt wird in Deutschland mittlerweile jedes zweite verkaufte Möbel importiert. Das macht deutlich, dass der Handel leider zunehmend auf markenlose Billigimporte „Made in Asien“ setzt und damit heimische Möbel immer weiter verdrängt. Damit wird der aggressiv gestaltete Preiskampf im Möbelhandel weiter befeuert.
Dem können heimische Qualitätsanbieter mit ihren höheren Produktionskosten nur schwer begegnen. Zumal dann, wenn es ihnen gegen den mächtigen Handel nicht gelingt, ihre Marke und den Nachweis „Made in Germany“ sichtbar nach vorne zu stellen. Dabei muss man bedenken, dass gerade die heimischen Möbelhersteller in puncto Nachhaltigkeit und Lebensdauer, Design und Qualität, weltweit unangefochten an der Spitze stehen. Deshalb muss es im gemeinsamen Interesse von Industrie und Handel sein, diese Vorteile und damit verbunden den höheren Gegenwert deutscher Möbel dem Kunden gegenüber offensiv zu kommunizieren.
Die 532 Betriebe (ab 50 Mitarbeitern) der deutschen Möbelindustrie beschäftigten 2012 insgesamt 90400 Mitarbeiter (Vorjahr: 89055 Beschäftigte in 523 Unternehmen). 

Verband der Deutschen Möbelindustrie

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