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Deutsche Holzindustrie unterstützt die Einführung des Holzhandels-Sicherungs-Gesetzes

Deutsche Holzindustrie unterstützt die Einführung des Holzhandels-Sicherungs-Gesetzes

Der Hauptverband der Deutschen Holzindustrie (HDH) unterstützt die Einführung des Holzhandels-Sicherungs-Gesetzes (HolzSiG) im Juni dieses Jahres. „Mit diesem Gesetz, das auf eine für die Holzwirtschaft wichtige europäische Regelung zurückgeht, werden wir in die Lage versetzt, dem weltweiten illegalen Holzeinschlag wirksam entgegenzutreten“, erklärt HDH-Hauptgeschäftsführer Dirk-Uwe Klaas. 
Eine Hauptursache für die weltweiten Waldzerstörungen ist der illegale Holzeinschlag. Jährlich gehen rund 13 Mio. ha Wald verloren, das ist mehr als die gesamte Waldfläche Deutschlands. Dem soll das Holzhandels-Sicherungs-Gesetz, das auf einer EU-Verordnung aus dem Jahr 2005 zur Holzeinfuhr aus den Partnerländern der EU basiert, Einhalt gebieten.
 
Förderung der nachhaltigen Waldbewirtschaftung

„Die nachhaltige Waldbewirtschaftung in allen Regionen der Welt zu unterstützen und zu fördern, ist ein wichtiges Anliegen der Holz verarbeitenden Industrie. Denn nicht nur die umweltpolitische Verantwortung, sondern auch die wirtschaftlichen Interessen der Branche sind damit untrennbar verbunden“, bekräftigt Dirk-Uwe Klaas. Das Gesetz betrifft zunächst nur den Holzhandel mit Ländern, die ein FLEGT-Abkommen ausgehandelt haben. FLEGT (Forest Law Enforcement, Governance and Trade) ist ein Instrument der EU zur besseren Kontrolle von Holzimporten. Dabei geht es um Importe aus Ländern, die mit der EU freiwillige Partnerschaftsabkommen (Voluntary Partnership Agreements) abgeschlossen haben. Sehr weit in der praktischen Umsetzung gediehen sind Ghana, Kamerun und die Republik Kongo. Auch mit der Zentralafrikanischen Republik, Liberia und Indonesien sind die Verhandlungen bereits erfolgreich abgeschlossen. Weitere Länder sollen folgen.
 
Ab 2013 strenge Sorgfaltspflichtregeln

Ab 2013 tritt das Holzhandels-Sicherungs-Gesetz in eine neue Phase. Dann wird es um Regelungen einer weiteren EU-Verordnung erweitert und betrifft Hölzer und Holzprodukte jedweder Herkunft, die erstmals auf dem europäischen Binnenmarkt in Verkehr gebracht werden. Die Einfuhr von illegal geschlagenem Holz ist dann generell verboten und es wird weitreichende Sorgfaltspflichtregeln geben, an die sich die Marktteilnehmer halten müssen. Diese werden aus insgesamt drei Stufen bestehen:

•  Zunächst muss der Importeur Informationen zu den Hölzern und Holzprodukten vorhalten. Dazu zählen beispielsweise die Holzart, seine Herkunft und Fakten zum Lieferanten.
•  Der zweite Schritt besteht aus der Risikobewertung, bei der Informationen zu den Herkunftsländern, dem Lieferanten und zu den zur Disposition stehenden Holzarten zugrunde liegen.
•  Teil Drei der Sorgfaltspflichtregeln besteht schließlich aus einer Risikoreduzierung – hier gilt es dann zum Beispiel, zusätzliche Informationen zu beschaffen, die belegen, dass das Holz nicht aus einem illegalen Einschlag stammen kann. Details werden noch auf europäischer Ebene geregelt.
 
Reduzierte Sorgfaltspflichtregeln bei „vernachlässigbarem Risiko“

„Die EU-Verordnung sieht vor, dass bei ‚vernachlässigbarem Risiko’ reduzierte Sorgfaltspflichtregeln gelten. Dies wird beispielsweise bei Ländern der Fall sein, in denen die Einhaltung der entsprechenden Gesetze in der Regel gewährleistet ist – wie zum Beispiel in Deutschland“, so Klaas. Zudem gelten die Sorgfaltspflichtregelungen nur für Erstinverkehrbringer von Holz und Holzerzeugnissen in den EU-Binnenmarkt. Die weitere Holzhandelskette muss lediglich Informationen über Lieferanten und Kunden von Holzprodukten dokumentieren. „Dieser von uns unterstützte Kompromiss ist sicherlich vertretbar, sofern nicht jedes Holzprodukt einem einzelnen Holzlieferanten zugeordnet werden muss“, bekräftigt Klaas. Damit werde ein unverhältnismäßiger Aufwand vermieden. Auch müsse sichergestellt sein, dass die künftige Regelung für die gesamte Lieferkette praxisgerecht ist und der bürokratische Aufwand in der Sache angemessen bleibt.
 

HDH

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