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Deutsche Bauwirtschaft: Zuversichtlicher Blick auf das Jahr 2016

Deutsche Bauwirtschaft: Zuversichtlicher Blick auf das Jahr 2016

„Wir blicken zuversichtlich auf das Baujahr 2016. Spürbare Impulse sind im Wohnungsbau und im öffentlichen Bau zu erwarten. Aus heutiger Sicht rechnen wir mit einem Umsatzwachstum im Bauhauptgewerbe von 3,0 % auf ca. 103 Mrd. €. Dieses Wachstumstempo erwarten wir für den Hochbau und Tiefbau gleichermaßen. Für den Hochbau rechnen wir mit einem Umsatz von 66 Mrd. € und für den Tiefbau von 37 Mrd. €. Die Preise dürften mit 1,5 % etwas stärker zulegen als im Vorjahr (1,0 %). Wegen der Leistungssteigerung kann mit einem Anstieg der Beschäftigtenzahl auf 765.000 bis 770.000 gerechnet werden.“
Diese Prognose stellten die Präsidenten des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie (HDB) und des Zentralverbandes Deutsches Baugewerbe (ZDB), Prof. Thomas Bauer und Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein, am 13. Januar anlässlich der Jahresauftakt-Pressekonferenz der beiden Bauspitzenverbände in Berlin vor.
Wohnungsbau
 
Für 2016 erwartet die Bauwirtschaft ein Umsatzwachstum von 5 % (auf 38,4 Mrd. €), nachdem der Wohnungsbau 2015 entgegen allen Erwartungen nur um 2 % gewachsen sei. 2016 würden nahezu 290.000 Wohnungen insgesamt neu auf den Markt kommen. Das entspreche zwar einer Steigerung von 80 % gegenüber dem Tiefststand in 2010, sei aber immer noch zu wenig. Gerade in Ballungsräumen sei preiswerter Wohnraum knapp. Jährlich mehr als 400.000 Wohnungen wären erforderlich. Davon entfallen etwa 100.000 auf die unterschätzte Entwicklung bei der Zuwanderung und etwa 50.000 auf den Nachholbedarf infolge der Unterproduktion der vergangenen Jahre.
Vor diesem Hintergrund forderten die Bauspitzenverbände ein ganzes Bündel von Maßnahmen, um die Investitionen in den Wohnungsneubau zu erhöhen. Dazu gehört eine generelle Erhöhung der linearen Abschreibung, die mit derzeit 2 % nach Meinung der Bauspitzenverbände nicht mehr zeitgemäß ist. Auch die Verdopplung der Fördermittel des Bundes für den sozialen Wohnungsbau für die Jahre 2016 bis 2018 auf jeweils 1 Mrd. € sei ein Schritt in die richtige Richtung. Bauer und Loewenstein bezweifelten jedoch, dass die Mittel ausreichen, wenn selbst die Kommunen mindestens 2 Mrd. € jährlich forderten.
Wirtschaftsbau
Laut HDB und ZDB hat auch der Wirtschaftsbau die an ihn gerichteten Erwartungen 2015 nicht erfüllt und wohl nur das Vorjahresniveau erreicht. Die deutsche Wirtschaft investiert zu wenig. Daher sehen die Aussichten auch für 2016 nicht wesentlich besser aus, so dass davon auszugehen ist, dass die Umsätze weiter auf dem Niveau von 35,7 Mrd. € verharren werden.
Öffentlicher Bau
Der öffentliche Bau habe in 2015 die Nulllinie nur knapp übersprungen und mit einer Steigerung von 0,5 % 28 Mrd. € erreicht. Allerdings erwartet die Bauwirtschaft für 2016 eine deutliche Steigerung der öffentlichen Bauinvestitionen. Dass der Bund seine Investitionen um 14 % anheben und das Budget bis 2018 auf gut 13 Mrd. € stetig ausbauen wird, begrüßen die beiden Präsidenten. Die kommunalen Investitionen würden durch das 3,5 Mrd. € starke Programm des Bundes für finanzschwache Kommunen ebenfalls steigen.
Für 2016 rechnen die Bau-Spitzenverbände mit einer Umsatzsteigerung im öffentlichen Bau um 4 % von 28 Mrd. € auf ca. 29,1 Mrd. €. Im Tiefbau würden 23 Mrd. €, im Hochbau 6 Mrd. € umgesetzt.
HDB/ZDB/Red.

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