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Holzeinschlag in Europa sprunghaft gestiegen?

Eine neue Studie kommt zu dem Schluss, dass der Holzeinschlag innerhalb der EU in den vergangenen Jahren ab 2015 sprunghaft gestiegen ist. Die Autoren sehen in der Fortsetzung einer solchen Entwicklung die europäischen Klimaziele gefährdet.

Der Holzeinschlag in der EU habe in den letzten Jahren stark zugenommen. Die steigende Abholzung könne die Klimaschutzziele gefährden. Zu dem Schluss kamen Forscher bei einer Auswertung von Satellitenbildern, die in der Fachzeitschrift „Nature“ veröffentlicht wurde. Die Autoren sind Wissenschaftler der Gemeinsamen Forschungsstelle der EU-Kommission im italienischen Ispra. Die Gründe für die steigende Holzentnahme seien auf das Alter der Wälder, Borkenkäfer, Dürren und eine gestiegene Nachfrage nach dem Rohstoff Holz zurückzuführen.

Holznutzung nicht berücksichtigt

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) bemängelt an der Studie, dass die Potenziale von Holz für den Klimaschutz komplett ausgeblendet werden. Werden in Wäldern Bäume eingeschlagen und zu Holzprodukten verarbeitet, binden sie das CO2 über ihre gesamte Nutzungsdauer. Flächen werden wieder aufgeforstet und lassen somit erneut Bäume als CO2-Speicher wachsen. Die Holzverwendung ist somit eine Verlängerung und Erweiterung der Kohlenstoffspeicherung.

Substitutionswirkung vergessen

Zudem sieht DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt die Substitutionswirkung von den Wissenschaftlern in der Studie vernachlässigt: „Holz ersetzt energieintensive Rohstoffe und ist damit die klimafreundliche Alternative für andere Baustoffe, Verpackungsmaterialien und Brennstoffe. Wir erreichen die CO2-Neutralität nur, indem wir die Nutzung von Holz vorantreiben und nachhaltig unsere Wälder bewirtschaften.“

Zuwachs ebenfalls nicht berechnet

Die Autoren stellen in der Studie erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern heraus. Während in Schweden und Finnland 50 % des gestiegenen Einschlags verortet werden, hat in Deutschland die Waldfläche von 2004 bis 2015 um 7 % zugenommen. Schmidt bemängelt zudem, dass nur die Holzentnahme nicht jedoch die Zuwächse von Holz im Vergleichszeitraum beleuchtet wurden. „Eine verlässliche Aussage über eine nachhaltige Nutzung ist jedoch nur auf Grundlage beider Faktoren möglich.

DeSH/Red.

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