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Freiburg setzt neue Maßstäbe beim Klimaschutz im Gebäudesektor

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) begrüßt das von der Freiburger Umweltbürgermeisterin Gerda Stuchlik (Bündnis 90/Die Grünen) geplante Vorhaben, zur Steigerung des Klimaschutzes in der Stadt eine Holzbauquote einzuführen. Die Stadt erarbeitet derzeit Pläne, deutschlandweit als Vorreiter den Weg des nachhaltigen Bauens zu beschreiten, berichtet die Badische Zeitung.

Deutschland hat sich mit dem Paris-Abkommen und der Verabschiedung des Klimaschutzplanes 2050 für die kommenden Jahre ambitionierte Klimaschutzziele gesetzt. Ein zentraler Baustein zur Erreichung dieser Ziele ist der Gebäudesektor. „Beim Bauen entfällt ein Großteil des Energiebedarfs bereits auf die Herstellung sowie den Transport der konventionellen Bausubstanz – die sogenannte graue Energie“, erläutert Lars Schmidt, Hauptgeschäftsführer des DeSH. „Nachhaltige Baumaterialien wie Holz entstehen mit deutlich weniger Energieeinsatz und verringern so schon vor Nutzungsphase des Gebäudes die Treibhausgas-Menge in der Atmosphäre.“

CO2-Einsparung schon vor dem Erstbezug

Vergleicht man Holzbauten mit Gebäuden aus mineralischen Baustoffen, so lassen sich mit Holz bis zu 56 % Treibhausgasemissionen einsparen. Neben den tragenden Konstruktionn aus dem Naturstoff lassen sich auch durch Wände oder Fassaden aus Holz die CO2-Emissionen um 31 % im Vergleich zu Häusern aus mineralischen Baustoffen wie Ziegeln, Beton oder Stahl reduzieren (siehe „Treibhausgasbilanzierung von Holzgebäuden – Umsetzung neuer Anforderungen an Ökobilanzen und Ermittlung empirischer Substitutionsfaktoren / THG-Holzbau“, Hafner et al. 2017). Die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus von Gebäuden sowie die Einbeziehung der „grauen Energie“ für die Herstellung und den Transport von Baumaterialien sollte daher ein Kernelement der künftigen Gebäudeeffizienzpolitik sein.

Bauen mit Holz: flexibel und schnell dringend benötigten Wohnraum schaffen

Neben seinen positiven Klimaschutzeigenschaften hat Holz auch das Potenzial, den dringend benötigten Wohnraum in urbanen Gebieten zu schaffen. Da Holz und Holzhybridbaustoffe sehr leicht sind, lassen sich mit ihnen begünstigt durch einen hohen Vorfertigungsgrad auf bestehenden Gebäuden problemlos zusätzliche Stockwerke errichten. Solche Aufstockungen wären in Massivbauweise nicht möglich, da die Statik des Bestandsgebäudes nicht darauf ausgerichtet ist. Allein durch Aufstockungen und Nachverdichtungen lassen sich mit Holz vor allem in urbanen Gebieten Potenziale für bis zu 1,5 Millionen zusätzliche Wohnungen schaffen.

 

Studie der Ruhr Universität Bochum (pdf 13,9 MB)

Zusammenfassung der Studie durch den DeSH (pdf 209 KB)

DeSH

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