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Deutsche Säge- und Holzindustrie zieht Halbjahresbilanz für die Nadelholzindustrie

Deutsche Säge- und Holzindustrie zieht Halbjahresbilanz für die Nadelholzindustrie

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) blickt in seiner Halbjahresbilanz für Nadelholz besorgt auf die zurückliegenden Monate. Eine mangelhafte Rohstoffversorgung, hohe Rundholzpreise und ein harter internationaler Wettbewerb machen den Sägebetrieben auch 2013 zu schaffen. Der Markt hat sich zur Jahresmitte zwar gebessert, der Rückstand konnte jedoch bei weitem noch nicht aufgeholt werden. Die Prognosen für die zweite Jahreshälfte sind entsprechend zurückhaltend.

Nach wie vor stehe der Markt unter dem Druck hoher Nadelrundholzpreise, erklärt der Branchenverband in seinem Bericht. Diese konnten aufgrund des harten internationalen Wettbewerbs beim Nadelschnittholz nicht im notwendigen Umfang weitergegeben werden. Die Schere entlang der Wertstoffkette Forst und Holz bestehe somit weiter und gefährde auf Dauer die Zukunftsfähigkeit des gesamten Clusters. Zusätzlich drückten die angehobenen Preise für Rohware und Leimbinderlamellen auf die Margen der Finalprodukte Brettschichtholz (BSH) und Konstruktionsvollholz (KVH). Die Preise für diese veredelten Holzprodukte konnten nicht im selben Verhältnis erhöht werden.
Die Erzeugerpreise beim baulich besonders relevanten Nadelschnittholz liegen derzeit mit +2,8 % nur knapp über dem Vorjahr. Dies kann die Diskrepanz zwischen Rohstoff- und Schnittholzpreis nicht annähernd ausgleichen. Demzufolge blieb die Ertragslage der heimischen Betriebe in der ersten Jahreshälfte weiter angespannt: Der Umsatz der Branche lag bis Ende Juni noch immer um -2,4 % unter dem Vorjahr. Im Inland um -1,6 %, im Export um -3,9 %.
Die Inlandsnachfrage sank im 1. Quartal 2013 beim Nadelschnittholz um 7,2 %. Bereits im Jahr 2012 war der Inlandsverbrauch um 5,7 % zurückgegangen. Entsprechend ging auch die Inlandsproduktion von Nadelschnittholz im 1. Quartal 2013 weiter zurück. Laut Statistischem Bundesamt sank diese um 6,3 %. Im Jahr 2012 war die Inlandsproduktion bereits um 7,3 % auf 20 Mio. m³ gesunken.
Deutschland in Europa gut aufgestellt
Auch der europäische Holzmarkt leidet nach wie vor unter den Folgen der Finanzkrise. Die wichtigen Auslandsmärkte – insbesondere in den Nachbarländern – nahmen 2013 deutlich weniger Nadelholz ab. Zunahmen waren lediglich aus Nahost und den Mittelmeeranrainern zu verzeichnen. Insgesamt ging der Export in 2012 um 10,3 % auf nunmehr 6,4 Mio. m³ zurück, in den ersten fünf Monaten 2013 um weitere 6,2 %. Deutschland erzielt seit 2004 immer einen positiven Außenhandelssaldo beim Nadelschnittholz.
Der Export hat sich allerdings in den letzten Jahren wieder abgeschwächt: Zwar bleibt Deutschland auch 2013 größter Schnittholzproduzent in Europa. Aufgrund der hohen inländischen Rohstoffpreise können die hiesigen Firmen im globalen Wettbewerb jedoch kaum konkurrieren. Im Vergleich zum internationalen Nadelstammholzpreis liegen die deutschen Rundholzpreise um die Hälfte höher, erklärt der Verband.
Ungleiche Renditesituation
Doch nicht nur am Absatzmarkt haben die Säger zu kämpfen. Auch die Rohstoffversorgung bleibt angespannt. Vielfach erhalten die Betriebe nicht die benötigten Stammholzmengen. Insbesondere aus dem Privatwald wird deutlich weniger Nadelrundholz bereitgestellt. Reduzierter Einschlag, Nutzungsverzicht und Bewirtschaftungsauflagen sowie der Waldumbau weg vom Nadelholz würden die Situation zusätzlich verschärfen.
Die Abläufe entlang der Wertschöpfungskette Forst und Holz gestalten sich seit geraumer Zeit uneinheitlich. Während das knappe Holzangebot für Rekordmargen bei den Waldbesitzern sorgt, gehen nachgelagerte Bereiche leer aus. Von Seiten der Sägeindustrie heißt es hierzu, die ungleichmäßige Renditesituation könne angesichts des internationalen Preisdrucks im Schnittholzsegment nur von der Kostenseite gelöst werden. Von den Waldbesitzern wünsche man sich daher einen zukunftsorientierten und verlässlichen Umgang mit den essentiellen Marktpartnern. Der Rohholzpreis müsse sich daher an die internationalen Märkte anpassen, um die Wettbewerbsfähigkeit und somit heimische Arbeitsplätze nicht zu gefährden. Eine zukunftsfähige und breite Abnehmerstruktur läge auch im Interesse der Waldbesitzer.
Säger fürchten um Wettbewerbsfähigkeit
Nach Angaben des Verbandes mussten im zurückliegenden Halbjahr bereits viele Betriebe die Produktion reduzieren. Weitere Schließungen seien bei einer anhaltend schlechten Rohholzversorgung nicht auszuschließen. Das deutlich abgeschwächte Marktvolumen erfordere strukturelle Anpassungen, doch nur die wenigsten Betriebe könnten adäquat auf die veränderten Rahmenbedingungen reagieren. Lars Schmidt, Generalsekretär der Deutschen Säge- und Holzindustrie (DeSH): „Es ist wichtig, dass die Betriebe die Marktmöglichkeiten richtig einschätzen und den Markt nicht überfordern. Mittlerweile fehlt vielen aber schlicht die Kraft sich zukunftsfähig aufzustellen.“ Dringend notwendige Reinvestitionen sowie die Entwicklung innovativer und höherwertiger Produkte könnten gegenwärtig nicht geleistet werden. Perspektivisch würde sich dies negativ auf das gesamte Cluster Forst und Holz auswirken.
Doch nicht nur am heimischen Markt, auch in der Politik müssten Veränderungen stattfinden, um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu sichern. Vor allem bei den im europäischen Vergleich zu strengen deutschen Vorgaben bei den Transportgewichten für Holzfahrzeuge und den vergleichsweise hohen Energiekosten mahnen die Verbandsvertreter Verbesserungsbedarf an.
Verhalten optimistische Prognose
Die Hoffnung der Branche richtet sich nach dem schlechten Start in das Jahr 2013 nunmehr auf die zweite Jahreshälfte. Die proklamierte Nadelschnittholzproduktion von 20 Mio. m³ erscheine nach den Produktionsdaten des ersten Halbjahres zwar optimistisch. Die zu erwartende Nachfrage aus dem Baugewerbe aufgrund des Nachholbedarfs im Wohnungsbau und des anhaltend niedrigen Zinsniveaus lasse aber zumindest einen konstanten bis leicht gebesserten Holzmarkt erwarten.
Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband

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