Holzindustrie, -verbände

DeSH startet Kampagne Laubholz+

Bearbeitet von Marc Kubatta-Große

Mit dem Start des Internetauftritts der Kampagne Laubholz+ macht der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) auf das Dilemma rund um die Laubholzverwendung in Deutschland aufmerksam. Die Plattform klärt dabei über die vielen Vorteile des heimischen Rohstoffs auf und weist gleichzeitig auf die Diskrepanz zwischen vorhandenen Potenzialen und aktueller Entwicklung hin. Der Verband sieht dringenden Handlungsbedarf und wendet sich an die Politik. Das Ziel ist eine deutliche Steigerung der Laubmassivholzverwendung in Deutschland und damit eine Trendumkehr.

Die Ausgangslage scheint optimal: Seit mehreren Jahrzehnten wird in Deutschland aktiv der Waldumbau betrieben. Klimastabile Mischwälder entstehen, der Anteil an Laubbäumen wächst kontinuierlich und mit ihm die Bedeutung von Holz als klimafreundlicher, heimischer Rohstoff. Und trotzdem nehme die Verfügbarkeit von Rundholz und die Verwendung von Laubhölzern in Deutschland stetig ab, warnt der DeSH.

Diskrepanz zwischen Potenzial und Wirklichkeit

„Wir befinden uns in einer Situation, in der die Diskrepanz zwischen den vorhandenen Potenzialen und der tatsächlichen Entwicklung immer weiter auseinanderklafft. Anstatt die heimischen, nachwachsenden Rohstoffressourcen einer nachhaltigen Verwendung in zahlreichen Produkten zuzuführen, wird die Nutzung zunehmend eingeschränkt und konterkariert auf diese Weise die politischen und gesellschaftlichen Bemühungen für mehr Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Wertschöpfung in ländlichen Regionen“, erklärt DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt.

Laubholzverwendung hat in Deutschland Tradition. Seit Jahrhunderten wird das Holz nachhaltig und vielseitig genutzt: Ob beispielsweise in Form von Fußböden, Treppen, Möbeln oder umweltfreundlichen Alltagsgegenständen in Küche oder Kinderzimmer – Laubholz ist ein Alleskönner. Doch leider sei die Verwendung in Deutschland seit Jahren rückläufig, so der DeSH.

Ziel: Laubholzverwendung steigern

Nach Meinung von Politik und Wissenschaft kann der Bau- und Werkstoff jedoch entscheidend zum Erreichen der Klimaziele beitragen. Er speichert nicht nur langfristig CO2, sondern ersetzt auch klimaschädliche andere Materialien, wie Kunststoff, Beton oder auch Stahl. Dabei hält die regionale Verfügbarkeit Transportwege kurz und Emissionen gering.

„Naturgemäß ist auch die Verfügbarkeit von Laubholz begrenzt. Wir müssen verantwortungsvoll entscheiden, wie wir diese Ressource mit dem größten Mehrwert für die Gesellschaft effizient nutzen. Eine unmittelbare energetische Verwendung hochwertiger Stämme ist dabei ebenso fragwürdig, wie die pauschale Beschränkung der nachhaltigen Bewirtschaftung alter Laubwälder“, so Schmidt. Gemeinsames Ziel müsse daher die deutliche Steigerung der Laubholzverwendung sein, um alle Potenziale für Umwelt, Klima und die nachhaltige Entwicklung regionaler Wertschöpfungsketten auszubauen.

Dialog mit Politik soll aufklären

Der DeSH hat die Kampagne Laubholz+ ins Leben gerufen, um auf die wachsende Problematik aufmerksam zu machen und einen gesellschaftlichen Dialog anzustoßen. Die neue Website https://laubholz.plus dient dabei als Plattform und soll durch sachliche Informationen Stimmen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft zusammenführen.

Quelle: DeSH