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Aufgrund des Einschlag-Stopps in vielen Regionen ist die Versorgungssituation mit Frischholz deutschlandweit mittlerweile sehr angespannt, so der DeSH.

DeSH Marktbericht: Mangel an Frischholz

Die aktuelle Marktsituation ist geprägt von kontinuierlicher Kalamitätsholz-Verarbeitung, bilanziert der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH). Kritisch ist für die Betriebe die ausbleibende Frischholzversorgung. Beunruhigt zeigt sich die Branche zudem durch die perspektivisch schwächelnden Märkte in den USA und China.

„Der Fokus der Nadelholz verarbeitenden Betriebe war in den vergangenen Monaten die Aufarbeitung des angefallenen Sturmholzes“, so DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt. „Gemeinsam mit der Anbieterseite gelingt dies gut und kontinuierlich. Zunehmend kritisch wird die Situation jedoch bei der Versorgung der Betriebe mit Frischholz.“

Aufgrund des Einschlag-Stopps in vielen Regionen ist die Versorgungssituation mittlerweile sehr angespannt – die Rundholzqualität sinkt zudem durch Überlagerung und zum Sturmholz kommt inzwischen das Käferholz hinzu. Sortimente mit etwas geringerem optischen Anspruch wurden in letzter Zeit verstärkt produziert und sind inzwischen deutlich unter Preisdruck. „Besonders viele kleinere Betriebe geraten bei der schlechten Frischholzversorgung extrem in Bedrängnis“, so Schmidt. „Die schlechteren Qualitäten können zudem zunehmend schwerer am Markt abgesetzt werden, für den Innenausbau ist Holz mit Bläue oder Käferschäden schlicht nicht verwertbar.“

Hemmnisse auf Exportmärkten

In den Monaten Juni bis August ist der Preisindex für Bauholzsortimente in den USA von fast 600 auf 450 US-Dollar gefallen. Damit kehrt der Index auf den Wert zu Jahresbeginn zurück. Neben dem Preisverfall kämpfen die deutschen Sägewerke mit deutlich schlechteren Qualitäten, die auch vom US-Markt kaum mehr aufgenommen werden. Ob das gemeldete Ende der preislichen Talfahrt in den USA aufgrund der Waldbrände und des Bedarfs an Wiederaufbau tatsächlich dauerhaft anhält, bleibt abzuwarten.

Nicht nur auf dem US-Markt, sondern auch in anderen Weltregionen, trifft die Branche auf wirtschaftspolitische Hemmnisse, z. B. Verunsicherungen durch Strafzölle.

Die Nachfragesituation in China ist ähnlich angespannt: Von Januar bis Mai 2018 wurden insgesamt 61 % weniger Nadelschnittholz aus Deutschland nach China exportiert als im gleichen Vorjahreszeitraum, so die Ausfuhrzahlen des Statistischen Bundesamtes. Insgesamt macht die deutsche Sägeindustrie laut den Daten der Behörde aktuell fast 40 % ihres Umsatzes im Ausland, knapp die Hälfte davon außerhalb der Eurozone. Internationale Wettbewerbsfähigkeit bleibt also die Basis des wirtschaftlichen Erfolgs des Clusters Forst und Holz in Deutschland.

Ausblick eingetrübt

Zwar blickt die Branche auf ein insgesamt befriedigendes erstes Halbjahr 2018 zurück, doch angesichts des noch zu erwartenden Kalamitätsholzes sind die Aussichten deutlich getrübt. Schmidt bilanziert: „Es wird eine große Herausforderung, derartige Schadholzströme weiterhin in großem Stil aufzunehmen und auf den unterschiedlichen globalen Exportmärkten wettbewerbsfähig absetzen zu können.“

Informationen zum Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) www.saegeindustrie.de

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