Forstpolitik

DeSH: „Kein Klimaschutz ohne Holzverwendung“

Bearbeitet von Jörg Fischer

Am 28. Mai fand im Bundesrat eine intensive Debatte zum neuen Klimaschutzgesetz statt. Angesichts der deutlich verschärften Zielvorgaben für den Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderung und Forstwirtschaft (LULUCF) begrüßte der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e. V. (DeSH), dass im Vorfeld der Waldbewirtschaftung und Holzverwendung für das Erreichen der Klimaziele Rechnung getragen wurde. Zentrale Aufgabe werde nun sein, konkrete Maßnahmen zu deren Umsetzung zu entwickeln.

„Dass Deutschland bereits 2045 und damit fünf Jahre früher als bisher klimaneutral werden soll, begrüßen wir grundsätzlich. Die nachhaltige Wald- und Holzwirtschaft trägt seit jeher zur Vermeidung von Emissionen und damit zum Klimaschutz in Deutschland bei. Umso gravierendere Effekte können mit den vorgesehenen Reduktionszielen für den LULUCF-Sektor verbunden sein“, kommentierte DeSH-Geschäftsführerin Julia Möbus das neue Klimaschutzgesetz, das am Freitag (28. Mai) im Bundesrat debattiert wurde. Was eigentlich zur Emissionsreduktion führen sollte, könnte einen gegenteiligen Effekt haben: „Die Vorgaben des Klimaschutzgesetzes dürfen nicht dazu führen, dass Nutzungsverbote im Wald und der Verzicht auf Holzverwendung als Lösung angesehen werden. Denn Holz speichert nicht nur CO2, sondern ersetzt auch klimaschädliche Stoffe und Materialien. Die auf diese Weise erzielten Emissionseinsparungen stehen dann auf dem Spiel. Es ist daher wichtig, dass der Bundesrat hier ein deutliches Signal für Waldwirtschaft und Holzverwendung setzt“, so Möbus weiter.

„Senkenleistung nur ein Teil des Klimaschutzeffektes“

Der Gesetzentwurf sieht vor, die CO2-Speicherwirkung natürlicher Ökosysteme deutlich auszuweiten. Auf diese Weise soll der LULUCF-Bereich bis 2030 bereits 25 Mio. Tonnen Treibhausgase mehr aufnehmen, als er ausstößt. Dieser CO2-Ausstoß wird im Jahr 2030 laut der Projektion der Bundesregierung jedoch ca. 30 Mio. Tonnen betragen. Somit stehen erhebliche Einsparungsvorgaben von 55 Mio. Tonnen CO2 bereits in den nächsten Jahren den sehr langwierigen Entwicklungen der natürlichen Ökosysteme gegenüber. Wälder spielen dabei eine herausragende Rolle. So speichern Bäume beim Wachstum CO2 und binden dieses langfristig im Holz. Doch, betonte der Verband, ist es nicht die Senkenleistung allein, die für enorme Emissionsvermeidungen sorgt. Der Ersatz klimaschädlicher Alternativen durch Holz vergrößert den Effekt erheblich. „Wir freuen uns, dass die Emissionsminderungen durch Wald und Holz in den Sektoren Gebäude, Energie und Industrie in die Debatte eingebracht wurden. Denn die neuen Minderungsziele verkennen diese Wechselwirkungen und gefährden somit das Klimaschutzpotenzial über alle Sektoren hinweg“, sagte Möbus.

Was ist zur Umsetzung des Klimaschutzgesetzes nötig?

„Für das Erreichen der Klimaziele können wir auf Holz als Bau- und Werkstoff oder als Energieträger nicht verzichten. Eine reine Fokussierung auf Kohlenstoffsenken greift zu kurz, denn gerade natürliche Ökosysteme sind Schwankungen oder Wettereinflüssen in besonderem Maße unterworfen. Daher ist es nun zentrale Aufgabe, schnellstmöglich Maßnahmen zur Umsetzung dieser Klimaziele zu entwickeln, um die vorhandenen Potenziale von Wald und Holz im vollen Umfang zu nutzen“, appellierte Möbus abschließend.

Quelle: DeSH