Holzindustrie, -verbände

DeSH: Gesamten Lebenszyklus von Baustoffen bewerten

Bearbeitet von Jörg Fischer

Der Klimaschutz stellt die Menschheit in den nächsten Jahrzehnten vor große Herausforderungen. Dabei gibt es in vielen Bereichen schon heute vielfältige Möglichkeiten, CO2 einzusparen. Große Potenziale bieten der Gebäudesektor und die Verwendung klimafreundlicher Baustoffe. Ein Bündnis von mehr als 80 Verbänden hat am 28. Januar Vertretern der Bundestagsfraktionen den gemeinsamen Appell übergeben, die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus von Gebäuden gesetzlich zu verankern. Auch der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) unterstützt diese Initiative.

Herstellung und Entsorgung von Baumaterialien sowie Errichtung, Erhalt und Rückbau von Gebäuden – der Bausektor ist für 8 % der deutschen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich. Während der Wärmeenergiebedarf in der Nutzungsphase in den vergangenen Jahren substanziell gesenkt werden konnte, fällt die Klimaschutzbilanz des gesamten Gebäudesektors nach wie vor eher mager aus. „Es wird Zeit, dass Gebäude ganzheitlich über die Nutzungsphase hinaus betrachtet werden und somit endlich der gesamte Lebenszyklus der verbauten Materialien in den Fokus rückt. Deswegen unterstützen wir den Appell ‚Lebenszyklus Bauen‘. Mit der Verwendung nachhaltiger Baustoffe, wie Holz, können die großen Klimaschutzpotenziale im Bausektor konsequent genutzt werden. Dabei reduziert die Holzverwendung die CO2-Emissionen maßgeblich. Nicht nur indem das Holz das Treibhausgas speichert, sondern auch indem durch seine Nutzung andere CO2-intensive Baustoffe ersetzt werden“, erläuterte DeSH-Geschäftsführerin Julia Möbus.

Vorgaben und Förderung

Der DeSH setzt sich mit den anderen Verbänden dafür ein, die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus im Gebäudeenergiegesetz (GEG) und in der Bundesförderung effiziente Gebäude zu verankern. „Lebenszyklusorientierte Anforderungen an Gebäude tragen zum Klimaschutz, zur Energieeinsparung und zur Ressourcenschonung bei. So werden gleichermaßen Produkte und Verfahren gestärkt, die niedrige Umweltwirkungen aufweisen, Recyclingmaterialien verwenden, aber auch solche, bei denen die Herstellungsprozesse in Bezug auf Klima- und Ressourcenschutz optimiert sind.“, betonte Möbus. Dabei spielt die Kaskadennutzung, in der sich ein Rohstoff wie Holz, durch seine vielseitige und mehrfache Verwendbarkeit und die Nutzung aller anfallenden Reststoffe und Nebenprodukte in weiteren Produktionsschritten auszeichnet, eine große Rolle. Sie ist bereits heute ein vorbildliches Beispiel für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft.

Bewertungsinstrumente vorhanden

Um die Klimaschutzwirkung von Baustoffen zu bewerten, gibt es bereits einige Instrumente. „Mit Plattformen wie der ÖKOBAUDAT und eLCA liegen bereits gute Werkzeuge für die Nachhaltigkeitsbewertung vor. Dies gilt es weiter auszubauen. Mit dem Projekt ÖkoHolzBauDat 2.0 unterstützt der DeSH dabei das Thünen Institut bei der Aktualisierung und Weiterentwicklung der Ökobilanzdatensätze für Holzbauprodukte. Mit der Fokussierung auf die Bewertung des Lebenszyklus wird eine Industrie zukunftssicher gemacht“, erläuterte Möbus. „Denn Deutschland hat sich in der Klimapolitik und dem Ressourcenverbrauch ambitionierte Ziele gesetzt. Der Bausektor spielt auch hier eine wichtige Rolle. Wir brauchen ein Zusammenspiel aller Maßnahmen, um schnell zu substanziellen Ergebnissen zu kommen und so das Klima und die Umwelt zu schützen.“

Zum Positionspapier „Gemeinsamer Aufruf: Den ganzen Lebenszyklus beim Bauen in den Blick nehmen“

Quelle: DeSH (PM)