Holzindustrie, -verbände

DeSH: Forstschädenausgleichsgesetz gefährdet Versorgung

Bearbeitet von Jörg Fischer

Die durch das Forstschädenausgleichsgesetz vorgesehenen Maßnahmen zur Beschränkung des Holzeinschlags bedrohen die Rohstoffversorgung der Holzindustrie. Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband DeSH ist alarmiert.

Der DeSH weist auf die seiner Ansicht nach bestehenden Gefahren für die gesamte Branche hin und betont die negativen Effekte, für Waldumbau, Holzverarbeitung und Wertschöpfung im Cluster. Dabei verweist er auf eine Branchenumfrage.

Vor dem Hintergrund der Waldschäden aus den letzten drei Jahren begrüße man ausdrücklich die Finanzhilfen, die Bund und Länder auf den Weg gebracht haben, um den Waldbesitzern in dieser schwierigen Situation zu helfen. Auch die Säge- und Holzindustrie habe ihre Verarbeitungskapazitäten in dieser Zeit um mehr als 20 % ausgebaut.

Die Pläne zur Einsetzung einiger Regelungen des Forstschädenausgleichsgesetzes beobachte man allerdings mit großer Sorge, erklärt Lars Schmidt, Hauptgeschäftsführer des DeSH. Mögliche Steuererleichterungen für die Waldbesitzer seien an eine Beschränkung des Holzeinschlags geknüpft. Diese bringe aber gravierende Auswirkungen auf die Rohstoffversorgung der Holzverarbeitenden Industrie mit sich und wirke sich damit auch negativ auf das gesamte Cluster aus.

Versorgungsengpässe erwartet

Der DeSH hat Unternehmen der Säge- und Holzindustrie, der Papier- und Zellstoffindustrie und Holzpackmittelhersteller befragt. Mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen erwarten durch den reduzierten Frischholzeinschlag erhebliche negative Auswirkungen auf ihre Geschäftstätigkeit. Aufgrund der wegen der Käferkalamität erhöhten Verarbeitungskapazitäten der Holzindustrie der letzten drei Jahre rechnet der Verband mit regional unterschiedlich starken Versorgungsdefiziten. Besonders gefährdet seien kleine und mittelständische Unternehmen, die nicht über Gleis- oder Wasserstraßenanschlüsse verfügen. Mehr als 70 % der Befragten rechnen daher mit Versorgungsengpässen und Produktionseinbußen. Fast zwei Drittel der Betriebe seien auf eine hohe Frischholzversorgung angewiesen. Eine Rohstoffeinschränkung führe schnell zu Produktionsunterbrechungen und finanziellen Schäden. Diese Schwächung der Wirtschaftskraft gefährde den Waldumbau und den Klimaschutzbeitrag von Forst und Holz.

Branche nicht gefährden

Alternativ habe man zur Stärkung des Clusters bereits im November finanzielle Förderungen sowie Maßnahmen zur Holzlagerung und der Transportlogistik vorgeschlagen. Die deutsche Holzwirtschaft habe sich in der Corona-Krise als Stabilitätsanker erwiesen. Diesen Erfolg dürfe man nicht gefährden. Der DeSH appelliere daher an die politischen Entscheidungsträger, bei finanziellen Unterstützungen der Waldbesitzer Maßnahmen zu wählen, die keine negativen wirtschaftlichen Folgen für die ganze Branche, den Klimaschutz und die Verwendung von Holz in Deutschland nach sich ziehen.

DeSH/Red.