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Der „Wolf der Bäche“ bleibt in Thüringen heimisch

Der „Wolf der Bäche“ bleibt in Thüringen heimisch

Gute Nachrichten zum Internationalen Tag der biologischen Vielfalt am 22. Mai von ThüringenForst: Der Populationsrückgang des Feuersalamanders entlang der Gera wurde aufgehalten.
Der aktuelle dritte Zwischenbericht zum Projekt „Erhalt und Entwicklung des überregional bedeutsamen Vorkommens des Feuersalamanders im Thüringer Wald“ bestätigt, dass die 2011 mit Unterstützung der Landesforstanstalt begonnenen Schutzmaßnahmen für den bedrohten „Wolf der Bäche“ greifen. 2014 wurde in den Quellwaldbächen der Gera mit 559 die höchste Larvenzahl seit 2002 gezählt, sieben von zehn Landlebensräumen sind besiedelt. ThüringenForst ist einer der Projektpartner der Naturstiftung David und für die technische Umsetzung der waldbaulichen Maßnahmen auf 80 km Bachlauf im Thüringer Wald verantwortlich.
Bachläufe entfichtet und Salamanderquartiere geschaffen
Das vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit geförderte und von der Naturstiftung David gesamtverantwortete Projekt sieht drei Maßnahmenpakete vor. „Insbesondere die im Projektgebiet liegenden Thüringer Forstämter Frauenwald und Finsterbergen haben die Waldumwandlung weg von naturfremder Fichtenbestockung hin zu naturnahen, laubbaumgeprägten Beständen entlang der Quell- und Bergbäche zu leisten“, so Volker Gebhardt, ThüringenForst-Vorstand. Zur Verbesserung der Strukturvielfalt der Bachläufe wurden in enger Abstimmung der Experten von der Naturstiftung David Totholz eingebracht, Staustufen geebnet und zu enge Bachverrohrungen entfernt. Aber auch die Landlebensräume dieser seltenen Art wie etwa Felsschutthalden wurden durch Baumentnahmen licht gestaltet und damit von ThüringenForst wichtige Salamanderquartiere wieder hergestellt.
Millionen für den Feuersalamander
Mit insgesamt 300.000 € unterstützt ThüringenForst das fünfjährige Millionenprojekt (2011 bis 2016). Noch im Jahr 2015 soll ein Imagefilm das Projekt vorstellen. Größte Gefahren, neben der Lebensraumzerstörung, warten auf den Feuersalamander im Larvenstadium, dass er in ruhigen Bachabschnitten durchlebt. Als Larve ist er begehrtes Futter für Bachforellen, insbesondere wenn die Larven nach Starkregenereignissen in die fischreichen unteren Bachabschnitte gespült werden. Und noch ein Risiko bergen die jahreszeitlichen Witterungsextreme: Ein trockener Sommer lässt Bachläufe austrocknen – der sichere Tod für die Larven.
Feuersalamander ist Leitart für Bergbachökosysteme
Von den einzelnen Maßnahmen profitieren viele bergbachtypische Tierarten wie Groppe, Bachneunauge oder Quelljungfer. Unter ihnen gilt der Feuersalamander als Zeiger- und Charakterart für naturnahe Bergbachlebensgemeinschaften und Mittelgebirgslandschaften. Gerade im Thüringer Wald findet sich eine außergewöhnlich hohe Dichte dieser Fließgewässer. Da sie die nordöstliche Verbreitungsgrenze des Feuersalamanders darstellen, sind die Populationen nicht nur von großer Bedeutung für Thüringen, sondern auch für Deutschland.
ThüringenForst

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