Waldschutz

Der Wald ist Klimakönner

Bearbeitet von Mirjam Kronschnabl-Ritz

„Was hat das Klima und der Klimawandel mit dem Wald zu tun?“ Genau dieser Frage wird beim Bildungsnetzwerk Wald und Klima – die Klimakönner nachgegangen. Am 23. Juli fand dazu in Aubing (München) der Abschlusstag einer einwöchigen Projektwoche rund um Wald, Klima und Klimawandel statt. 25 Kinder der 3. Klasse der privaten Jan-Amos-Comenius Grundschule in München nahmen daran teil und stellten an Projektstationen ihren Familien ihre Erkenntnisse aus einer Woche intensiver Arbeit vor.

Bäume und Wälder sind wahre Klimakönner. Sie produzieren durch Fotosynthese Sauerstoff und speichern Kohlenstoff – auch wenn die Stämme zur Herstellung von Holzprodukten gefällt werden. Aber unsere Wälder können noch viel mehr. Sie bieten uns Schutz, Erholung und beinflussen das Klima einer Region positiv. Damit diese Funktionen der Wälder auch für künftige Generationen erhalten bleiben, kann jeder Einzelne persönlich dazu beitragen, dass der Umgang mit Ressourcen sowie der Schutz regionaler wie auch globaler Wälder bewusster gestaltet wird. Dieses Bewusstmachen ist Ziel der Projektwochen.

Grundlagenwissen von enormer Wichtigkeit

Die ganze Woche über haben die Kinder der Privatschule in verschiedenen Aktivitäten gelernt, was das Klima mit unserem Wald zu tun hat bzw. was der Klimawandel mit ihm macht. Dazu war es natürlich erstmal notwendig, sich grundlegendes Wissen anzueignen: verschiedene Tierarten und die verschiedenen Baumarten und ihre Rolle im klimastabilen Zukunftswald. Um die unterschiedlichen Habitatsttukturen bzw. Stockwerke des Waldes zu verdeutlichen, bauten die Kinder einen großen Baum aus Ästen nach und verteilten Tierpostkarten am jeweiligen Stockwerk. Dabei wurde verdeutlicht, dass sich die Stockwerke untereinander stützen und jedes für sich ein eigenes Habitat mit unterschiedlichem Artenvorkommen ist. Anhand eines CO2-Maßbandes, das um die Baumstämme gelegt wurde, wurde verdeutlicht, wie viel CO2 jeder Baum speichert.

Mit verschiedenen Aktionen möchte Projektführerin Evelyn Jeske (unten rechts im Bild) auf das Thema „Wald im Klimawandel“ aufmerksam machen. Jeder einzelne kann persönlich dazu beitragen, dass der Wald auch den Generationen nach uns erhalten bleibt. Fotos: M. Kronschnabl-Ritz

So viel Müll im Wald

Um den Wald in seiner ganzen Vielfalt erhalten zu können, ist es wichtig, ihn zu schützen und sorgsam mit Ressourcen umzugehen. Um dies eindringlich darzustellen ging Försterin und Waldpädagogin Evy Jeske, die Ansprechpartnerin und Veranstalterin für die Projektwoche in Aubing war, mit den Kindern Müll sammeln. Zwei große Tüten wurden an nur einem Vormittag voll. „Das war ja viel mehr als ich gedacht habe. Da war ich schon etwas traurig“, erklärte eines der Kinder.

Waldschutz ist auch Artenschutz

Zur Unterstützung der Artenvielfalt wurden aus Tontöpfchen kleine Insektenhotels gebaut, die die Kinder später mit heim nehmen konnten. Auch natürliche Farben aus Erde, Blättern und Lehm wurden hergestellt, dazu Pinsel aus Fichtenzweigen. Mit diesen Farben konnten die Kinder in ihr Waldtagebuch hineinschreiben und wichtige Informationen festhalten. „Ich hab mir viel ins Heft gemalt, damit ich das später nicht vergesse“, erzählte ein Kind stolz.

Kinder stellen die Projekte ihren Familien vor

Die Familien der Kinder wurden am Abschlusstag eingeladen, um mehr über die Projektwoche zu erfahren. Hierzu stellten die Kinder selbst an verschiedenen Stationen ihre Projekte vor. Abschließend kann gesagt werden, dass die Kinder, wie auch die Eltern viel von dieser Projektwoche mitnahmen. „Der Bezug zum Wald ist viel stärker, wenn man vor Ort ist und selbst mit anpackt“, erklärte die Mutter eines Kindes. „So eine Projektwoche sollte deutschlandweit in den Schulen ermöglicht werden“, resümierte ein Vater.

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Quelle: Mirjam Kronschnabl-Ritz, SDW