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Der Landatlas: Leben und arbeiten im ländlichen Raum

Welche Chancen und Herausforderungen gibt es in den ländlichen Räumen? Dieser Frage geht eine Strukturanalyse des Thünen-Instituts nach. Die Ergebnisse finden sich im Landatlas, der auch online abrufbar ist.

Etwa 47 Millionen Deutsche leben auf dem Land – das ist über die Hälfte der Bevölkerung. Fast 90 Prozent der Bundesrepublik sind ländlich geprägt, 11 Millionen Hektar Wald liefern Holz für die Bau- und Werkstoffe und die Energieversorgung.

Generell macht die seit Jahren vorherrschende Landflucht den Landkreisen zu schaffen. Als Gründe hierfür werden schlechtere Zukunftsperspektiven und fehlende Infrastruktur genannt. Beispiele wie Baden-Württemberg zeigen jedoch, dass es auch anders geht. Beschäftigungsintensive Sektoren wie das Cluster Forst und Holz mit seinem stark mittelständisch geprägten Unternehmertum tragen zu stabilen Verhältnissen und in vielen Regionen sogar zur Vollbeschäftigung bei.

Wie hat sich der ländliche Raum laut Landatlas entwickelt?

Als Datengrundlage für den Landatlas wurden über 60 Indikatoren herangezogen. Auf diese Weise konnte die soziale, demografische und ökonomische Situation in den ländlichen Räumen beschrieben werden. Diese lässt den Schluss zu, dass von einem generellen Verfall der ländlichen Regionen keine Rede sein kann. Tatsächlich finden neben negativen Entwicklungen auch zahlreiche positive Veränderungen statt. Eine Langzeitstudie des Thünen-Instituts zeigt, dass viele Landkreise eine sehr wechselhafte Entwicklung erleben, sich aber keine Region ausschließlich negativ entwickelt. Zusätzlich zu den Strukturen spielt dabei auch die geographische Lage eine Rolle. So profitierten beispielsweise Kreise mit Nähe zu Luxemburg stark von den wirtschaftlichen Vorteilen und Möglichkeiten des Nachbarlandes.

Chancen für strukturschwache Regionen

Ähnlich widerfahren könnte es dem deutschen Nordosten, dem eigentlich eine eher schwierige Zukunft prognostiziert wird. Doch die Nähe zur polnischen Grenze bietet auch zahlreiche Chancen bpsw. im Bereich Handel. Besonders für strukturschwache Regionen gibt es verschiedene Förderprogramme des BMEL sowie das Bundesprogramm „Ländliche Entwicklung“. Neben Digitalisierung werden auch lokale Anreize für Betriebe gesetzt, Beschäftigung zu sichern und somit die regionale Wertschöpfung zu erhalten und – wo möglich – zu erhöhen. Dies betrifft auch einen der wichtigsten Arbeitgeber der ländlichen Regionen, das Cluster Forst- und Holz. In vielen ländlichen Landkreisen sind mehr als 5 %, teilweise sogar über 10 % der Beschäftigten mit dem Cluster verbunden.

Da in Zukunft ein Anstieg der Bedeutung des Waldes und der Holzprodukte zu erwarten ist, werden die Sektoren weiterhin dazu beitragen, ländliche Regionen zu stärken.

Der Landatlas kann unter www.landatlas.de interaktiv eingesehen werden.

DeSH

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