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Der Klimawandel bedroht auch den Wald

Wenn ab 30. November in Paris beim Klimagipfel über das Weltklima verhandelt wird, sehen die Forstleute nicht tatenlos zu. Denn auch wenn es den Verhandlungspartnern gelingt, sich auf eine maximale Klimaerwärmung von 2 °C zu einigen, so hat diese Temperaturverschiebung bereits enorme Folgen für die Gesundheit und Zukunft der Wälder. Bereits ab 1,5 °C ergeben sich unumkehrbare negative Effekte.
Der Bund Deutscher Forstleute (BDF) macht darauf aufmerksam, dass dem Wald eine besondere Rolle zukommt. Der Klimawandel sei schon lange in Deutschland angekommen, erklärt Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF: „Wir Forstleute stehen schon jetzt vor der Herausforderung, dass Klimaextreme wie Trockenheit, Hitzewellen und Stürme weiter zunehmen. Der Klimawandel ist die größte Herausforderung für die Erhaltung unserer Wälder.“
Wald in besonderem Maße bedroht
Mit wärmeren Sommern und immer längeren Trockenphasen geraten die Wälder unter Hitze- und Trockenstress. Zudem steigt die Gefahr durch Waldbrände. Gleichzeitig verstärkt sich bei erhöhtem Stress das Risiko durch die Massenvermehrungen von Schädlingen wie Borkenkäfer. Auch die Bedeutung von bisher unbedeutenden Schädlingen kann zunehmen.
„Der Wald ist jedoch auch gleichzeitig ein Mittel im Kampf gegen den Klimawandel. Er bindet große Mengen Kohlendioxid. Mit dem Wald und der Verwendung von Holz können wir daher etwas gegen den Klimawandel tun“, so Jacobs weiter.
Der Wald sei in besonderem Maße bedroht, weil dessen Anpassung an Umweltveränderungen Jahrhunderte benötigt. Die angekündigten Dürren, Verschiebungen von Niederschlägen in den Winter, Stürme sowie einhergehende Schadinsektenvermehrungen bringen nicht angepasste Wälder zum Absterben. Diese können weniger Kohlendioxid aufnehmen. Ein Teufelskreis, der den Klimawandel noch verstärkt.
 
Mehr finanzielle Mittel und mehr Personal für den Waldumbau
Die großen Anstrengungen zum Umbau der Wälder mit klimastabilen Mischbaumarten sind ein Generationenprojekt, das schon jetzt beginnen muss und erfordern mehr Geld und mehr Personal, um schneller zum Ziel zu gelangen. Diese gesamtgesellschaftliche Aufgabe dient der Daseinsvorsorge. Hier müssen alle Waldeigentümer und Forstleute Unterstützung erfahren. „Wir haben keine Zeit, weiter nur Bedenken zu tragen und ergebnislose Verhandlungen zu führen“, so Jacobs.
Deutschland kann, ähnlich wie in der nachhaltigen Forstwirtschaft, Vorreiter und Vorbild sein. Die Finanzierung von Anpassungsmaßnahmen in aller Welt ist dabei ebenso wichtig wie vor der eigenen Haustür. „Nur mit einem verantwortungsvollen Umgang mit dem Wald, der deutlich mehr Engagement erfordert, können wir die Wiege der Nachhaltigkeit auch für künftige Generationen erhalten“, so Jacobs abschließend.
BDF

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