Forstpolitik

Klimaschutz: Herausforderung und Chance

Bearbeitet von Martin Steinfath

Am 23. März fand eine gemeinsame digitale Veranstaltung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und der Vertretung des Landes Baden-Württemberg bei der Europäischen Union zum Thema Land- und Forstwirtschaft für den Klimaschutz statt. Ein Thema war die nachhaltige Nutzung der Wälder und ihr Beitrag zum Klimaschutz.

„Die Land- und Forstwirtschaft hat vermehrt mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen. Mit intelligenten Strategien und Programmen unterstützen wir in Baden-Württemberg Wald- und Landbewirtschafter und leisten einen Beitrag zum Klimaschutz. Intelligente Anpassungsstrategien sind die Erfolgsgaranten für eine gute Zukunft“, sagte der Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk MdL, am 23. März in Stuttgart anlässlich der gemeinsamen digitalen Veranstaltung des Ministeriums für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz und der Vertretung des Landes Baden-Württemberg bei der Europäischen Union zum Thema ‚Land- und Forstwirtschaft für den Klimaschutz: Impulse aus Baden-Württemberg zu Klimaanpassungsstrategie, EU-Aktionsplan für Biolandwirtschaft und neue Forststrategie‘.

Land- und Forstwirtschaft sind von den Folgen der Klimaänderungen in einem hohen Maße betroffen. Im Zeitraum 1881 bis 2019 ist die durchschnittliche Temperatur nach Daten und Berechnungen des Deutschen Wetterdienstes und der Landesanstalt für Umwelt in Baden-Württemberg um 1,5 °C gestiegen. In den letzten Jahren haben Dürren, Wasserknappheit aber auch Extremwetterereignisse zu Ertragsverlusten in der Landwirtschaft und erheblichen Schäden im Wald geführt.

Wälder im Klimawandel

„Der Zustand der Wälder hat sich jüngst weiter verschlechtert, sodass in der aktuellen Waldzustandserhebung mittlerweile 46 Prozent der Waldfläche Baden-Württembergs als deutlich geschädigt eingestuft werden“, sagte Minister Hauk. Mit Blick auf den Klimawandel habe Baden-Württemberg die Waldstrategie 2050 auf den Weg gebracht, die die Leitlinien zur Sicherung eines klimatoleranten und zukunftsfähigen Waldes als bedeutenden Teil von Natur und Landschaft liefert. „Mit unserer Waldstrategie 2050 werden wir die Wälder im Land auch mit Blick auf den Klimawandel in eine gute Zukunft führen“, betonte Minister Hauk.

Carmen Preising, stellvertretende Kabinettschefin im Kabinett des Kommissars Virginijus Sinkevičius für Umwelt, Meere und Fischerei in der Europäischen Kommission, und Martin Strittmatter, stellvertretender Abteilungsleiter Wald, Nachhaltigkeit, Biobasierte Wirtschaft im Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, diskutierten im dritten Teil der Veranstaltung über die Rolle der Biodiversität und des Waldnaturschutzes in den Strategien von EU und Baden-Württemberg und über die Frage, wie die Europäische Forststrategie die regionalen forstlichen Gegebenheiten berücksichtigen und eine Balance zwischen den vielfältigen Anforderungen an den Wald schaffen kann.

Im Abschlussgespräch der Veranstaltung zogen Minister Hauk und Herbert Dorfmann MdEP, Koordinator der EVP Fraktion im Ausschuss für Landwirtschaft und Ländliche Entwicklung im Europäischen Parlament, ein Resümee.

„In der nachhaltigen Nutzung unserer Wälder und der klimaangepassten Bewirtschaftung unserer landwirtschaftlichen Flächen liegt der Schlüssel für einen optimalen Beitrag zum Klimaschutz. Das wurde heute deutlich vor Augen geführt. Mit der Waldstrategie 2050, Forschungs- und Fördermaßnahmen wie beispielsweise FAKT sowie dem Aktionsplan ‚Bio aus Baden-Württemberg‘ stellen wir die Weichen für morgen“, betonte Minister Hauk.

Hintergrundinformationen

Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg