Holzernte

Der Highlander als Harwarder

Bearbeitet von Oliver Gabriel

Die Firma Konrad Forsttechnik präsentierte beim Kundentag am 1. Oktober eine ganze Reihe von Neuheiten. Am auffälligsten neben der Verdoppelung der Montagehalle war wohl die Weiterentwicklung des Highlander zum praxistauglichen Harwarder.

Sepp Konrad und die Konstrukteure des Kärntner Forstmaschinenherstellers haben dem Harvester eine Erweiterung angebaut, die es in sich hat: Erstmals und scheinbar praxistauglich gibt es für eine Holzerntemaschine einen Rungenkorb, der erstens eine hohe Ladekapazität mitbringt und zweitens die Arbeit beim Ausformen sogar unterstützt. Die Kärntner erreichten dies, indem sie den Korb endlos drehbar ausgeführt haben. Die Maschine mit festem Korb gibt es bereits, vier Stück arbeiten in Deutschland.

Wie geht denn das? Man kann es sich so vorstellen: Vor dem Highlander wird eine knickbare Platte montiert, oben mit Schnellkupplung, unten an den beiden Hydraulikzylindern für das Schild oder andere Anbaugeräte angelenkt. Am vorderen Ende der Platte befindet sich eine Pendelachse mit eingeschränkt lenkbaren Rädern gleicher Dimension wie das vordere Radpaar des Sechsrad-Highlanders. Somit ist eine Achtrad-Maschine entstanden. In der Vorbauplatte ist ein Drehkranz eingelassen, der einen vollwertigen Rungenkorb trägt. Dieser fasst 10 m³ Holz. Das Stirngatter ist klappbar ausgeführt.

Direkt in den Rungenkorb schneiden

Bei Leerfahrt kann der Fahrer die vordere Achse anheben
Foto: A. Friedrich

Beim Schneiden dreht der Fahrer den Korb so, dass er die Bloche gleich in den Korb hinein schneidet. Damit entfällt das lästige Aufklauben der Abschnitte mit dem Aggregat. Für die Nebensortimente muss man natürlich wieder in die Gasse fahren, doch die wichtigen Bloche sind schon mal auf der Maschine. Am Lagerplatz muss der Fahrer das Woody-Aggregat nicht zum Abladen verwenden. Er kippt den Korb, das Holz rollt raus. Zur Leerfahrt kann die vordere Achse komplett ausgehoben werden. Sepp Konrad sieht in dieser Entwicklung nicht das Allheilmittel für die Kurzholzernte. Vielmehr soll es eine Erweiterung des Einsatzspektrums für die Universalmaschine Highlander sein. „Die Kunden haben immer mehr kleine Hiebe im steilen Gelände zu machen. Da noch einen Steilhangforwarder hinzustellen, rechnet sich oft nicht. Der Rungenkorb hilft, bei solchen Aufträgen konkurrenzfähig zu sein.“ Den Korb will Konrad nicht nur für die eigenen Harvester anbieten. Er ist so gebaut, dass er auch an Maschinen anderer Hersteller passt.

Highlander Basic

Den Highlander basic baut Konrad als Alternative für Baggerharvester. Sein Einsatzgebiet sind die Forststraßen und das leichte Gelände, das die Bagger aber kaum erreichen. Auf den Straßen stehend, wird viel Holz zugeseilt. Das erledigt die Winde vorne an der Maschine. Nun ist auch ein Umlaufbetrieb möglich. Konrad-typisch klug gelöst ist hier der Einbauort der Hafo-Hilfswinde. Sie fand im Stütz- und Polterschild Platz. Das ist genau dort, wo der Fahrer sie braucht und ist dem Zugseil nicht im Wege.

Anton Friedrich