Eiche im Mischwald
Sucht sich die Eiche ihre Nachbarn aus? Im Projekt KomKon wird untersucht, welche Baumarten kompatibel sind, bzw. in Bezug auf die Wassernutzung konkurrieren.
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Der effiziente Mischwald: Die Eiche und der Wasserhaushalt

18. Juli 2022

Der Mischwald gilt als stabiler gegenüber den Reinbeständen. Wie weitreichend die Baumarten durch den Zusammenhalt im Bestand beeinflusst sind, wird gerade in Bezug auf die klimatischen Veränderungen auf verschiedene Weise untersucht. Mit einem neuen Projekt wollen Forschende herausfinden, inwieweit die Baumartenmischung den Wasserhaushalt von Beständen verbessern kann.

In dem Vorhaben „Effiziente Mischungen zukunftsweisender Baumarten zur Verbesserung des Wasserhaushalts – Komplementarität vs. Konkurrenz“ (KomKon) untersucht die Technische Universität München (TUM) bis 2025, welche Wechselwirkungen bei der Wassernutzung von Bäumen in Mischwäldern bestehen. Gefördert wird das Projekt durch die Bundesministerien für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und für Umwelt, Naturschutz nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV) aus Mitteln des Waldklimafonds.

Zukunftsbaumart: Der Wasserhaushalt der Eiche

Ziel des Projekts sind Konkurrenz- und Komplementaritätsanlaysen in Bezug auf die Wassernutzung der Eiche. Die Baumart gilt aufgrund ihrer Eigenschaften als Zukunftsbaumart im Klimawandel und soll innerhalt der Forschung in Mischung mit Rotbuchen, Douglasien und Waldkiefern sowie im Vergleich mit Reinbeständen untersucht werden.

In zwei Regionen Deutschlands untersuchen Forschende der TUM, welchen Wasserverbrauch die Baumarten unter verschiedenen Bedingungen aufweisen, wie der Wasserhaushalt im Boden beeinflusst wird sowie welche Trockenstressreaktionen und welches Zuwachsverhalten in den verschiedenen Beständen festzustellen sind.

Welcher Mischwald ist gut für den Wasserhaushalt?

„Strukturreiche Bestände erholen sich nach einer Störung schneller; Risiken von Schadereignissen können auf Baumarten mit unterschiedlichen Ansprüchen gestreut werden. Aufgrund bisheriger Beobachtungen und Erkenntnisse nehmen wir an, dass Baumarten in Mischung limitierte Ressourcen wie Wasser in ihren jeweiligen Ökosystem-Nischen effizienter nutzen und damit klimastabilere Waldbestände bilden“, erläutert der Projektkoordinator von KomKon, Prof. Dr. Peter Annighöfer.

Baumarten so zu pflanzen, dass in Bezug auf den Wasserhaushalt effiziente Mischbestände entstehen, ist für den Schutz der Wälder im Klimawandel essenziell, sagt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) über das Projekt. Am Ende der Untersuchungen soll ein waldbauliches Verfahren vorgestellt werden, das klimaresiliente und strukturreiche Mischwälder hervorbringt.

Quelle: FNR