ABO

Der DFWR zum Tag der Biologischen Vielfalt

DFWR-Präsident Schirmbeck erklärte zum Tag der Biologischen Vielfalt am 22. Mai: „Biodiversität im Wald ist eine wesentliche Leistung und Ergebnis verantwortungsvoller Arbeit von Waldbesitzenden und Forstleuten seit Generationen.“

Nachhaltige Waldbewirtschaftung fördert die biologische Vielfalt. Jüngste Auswertungen des Bundesamtes für Naturschutz zum Wald zeigen die besten Werte seit dem Beginn der Erhebungen im Jahr 1990. „Wir dürfen dabei nicht vergessen, dass dieses Ergebnis vor allem auch ein Verdienst der umsichtigen Arbeit von Generationen von Waldbesitzenden und Forstleuten ist, die unseren Respekt verdienen“, sagte Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates.

Der deutsche Wald beherbergt von allen mitteleuropäischen Ökosystemen die meisten Tier-, Pflanzen- und Pilzarten – in der Summe vermutlich weit über 10.000. Das bestätigt der Indikatorenbericht der Bundesregierung zur „Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt“. „Dem Landschaftsraum Wald und der Forstwirtschaft wurde mit 87 Prozent der beste Wert aller Flächennutzungen bescheinigt,“ betonte Schirmbeck.

Erhalt der Waldfunktionen ist waldgesetzlicher Auftrag

Es gehört zum waldgesetzlichen Auftrag und zum forstlichen Selbstverständnis, den Wald so zu bewirtschaften, dass er seinen verschiedenen Funktionen für die Gesellschaft möglichst umfassend gerecht wird. Ein vielfältiger und gemischter Wald ist meist artenreicher und in der Regel stabiler und widerstandsfähiger gegenüber Wetterextremen und Schadorganismen. Diese Erkenntnis setzen die Forstleute in der Bundesrepublik bereits seit mehr als 30 Jahren im Waldbau um. „Die Weiterentwicklung der Wälder in naturnahe, strukturreiche und klimaflexible Wälder ist sehr komplex, benötigt sehr viel Erfahrung und geht nicht von heute auf morgen“, so Schirmbeck, „deshalb ist es auch ganz entscheidend, dass wir unser Klima schützen. Die Bundesregierung ist gefordert endlich zu handeln, wenn wir den Wald, so wie wir ihn kennen und schätzen, erhalten wollen. Die moderne Forstwirtschaft ist bereit und trägt ihren Teil dazu bei, die CO2-Senkenfunktion der Wälder durch Waldwirtschaft zu gestalten und gleichzeitig Lebensräume für Arten zu schaffen und zu erhalten.“

Nachhaltige Forstwirtschaft ist aktiver Artenschutz

Weltweit gesehen sind eine Millionen Tier- und Pflanzenarten laut Weltreport zum Artensterben des Weltbiodiversitätsrats (IPBES) von Anfang Mai vom Aussterben bedroht. Umso wichtiger ist es, die vorbildliche und nachhaltige Waldbewirtschaftung in Deutschland weiter zu fördern und entsprechende Rahmenbedingungen für eine Bewirtschaftung sicherzustellen, um dem weltweiten Trend etwas entgegenzusetzen. Die Nutzung von Holz aus heimischen Wäldern ist ein wesentlicher Baustein in der Diskussion um den Klimawandel und Biodiversität. Waldbesitzende und Forstleute setzen sich mit Ihrer Arbeit unter anderem dafür ein, dass sich Arten entfalten können. „Artenschutz beschränkt sich dabei nicht nur darauf, Bäume alt werden zu lassen und die Nutzung für bestimmte Waldbereiche einzustellen,“ sagte Schirmbeck und ergänzte: „Bestimmte Arten benötigen eine aktive Gestaltung des Lebensraums Wald durch die Forstwirtschaft, damit sie sich ansiedeln oder erhalten werden können.“ Das Auerwild zum Beispiel, das in bestimmten Regionen Deutschlands vorkommt, benötigt genügend Lücken, also Freiflächen. Mehr Licht im Wald begünstigt eine vielfältige Bodenvegetation, Bäume mit niedrigen Ästen und eine hohe Strukturvielfalt. „Auf diese Weise entstehen für den größten Hühnervogel Europas deutlich bessere Nahrungs- und Versteckmöglichkeiten für Altvögel und frisch geschlüpfte Küken,“ erklärte Schirmbeck. Schneisen und die Abwechslung von dichtem und lockerem Baumbestand erleichtern dem ungeschickten Flieger das Landen und Starten und sorgen gleichzeitig für Deckung. „Diese Strukturen tun nicht nur dem Auerhuhn gut, sie locken viele Insekten an und sind für andere bedrohte Vogelarten, Fledermäuse und Reptilien wertvoll,“ betonte der DFWR-Präsident. So könne durch Vielfalt am Waldboden dem Auerhuhn geholfen und die Biodiversität gefördert werden.

Unterstützung durch Förderprogramme decken nur einen Teil der Kosten

Förderprogramme der Länder unterstützen die Waldbesitzenden dabei noch mehr zu tun und in Naturschutzleistungen zu investieren. Schirmbeck: „Das sind finanzielle Anreize, die nur einen Bruchteil des tatsächlichen Aufwandes abdecken.“ Schirmbeck mahnte in diesem Zusammenhang auch an, den Respekt im Umgang mit den Waldbesitzenden und Forstleuten zu wahren. „Wir brauchen für den Naturschutz im Wald mehr Verlässlichkeit in die politischen Rahmenbedingungen und die Akteure. Dazu zählen unter anderem angemessene Ausgleichsleistungen für die Waldbesitzenden bei Investitionen in Artenschutzmaßnahmen,“ forderte Schirmbeck.

Internationalen Tag der Biologischen Vielfalt

Seit 2001 wird der 22. Mai als Internationaler Tag der biologischen Vielfalt gefeiert. Er erinnert an den 22. Mai 1992, an dem der Text des Übereinkommens über die biologische Vielfalt offiziell angenommen wurde. Artenvielfalt, auch Artendiversität genannt, ist ein Maß für die Vielfalt der biologischen Arten innerhalb eines Lebensraums oder geographischen Gebietes und somit für die Vielfalt von Flora und Fauna.

Indikatoren für den Naturschutz

Der bundesweite Indikator für „Naturschutz, Artenvielfalt und Landschaftsqualität“ dient der Erfolgskontrolle der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt und der nationalen Strategie für nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung. Der Indikator ist eine Maßzahl, die aus den Bestandsgrößen von 51 ausgewählten repräsentativen Brutvogelarten ermittelt wird. Die aktuellen Bestandsgrößen werden ins Verhältnis zu einem jeweils artspezifischen Zielwert für das Jahr 2015/2030 gesetzt und über die Arten der Teilindikatoren gemittelt. Die Teilindikatoren erlauben Aussagen zum Zustand der Hauptlebensraum- und Landschaftstypen. Die Veröffentlichung des BfN zur Nationalen Nachhaltigkeitsstrategie für das (jüngste veröffentlichte) Berichtsjahr 2015 belegt die positive Entwicklung der Biodiversität im Wald.

Von allen Hauptlebensraumformen hat der Wald den besten Wert. Ebenso ist es in der Zeitreihe Wälder der beste jemals erreichte Wert.

Hintergrund

Der Deutsche Forstwirtschaftsrat (DFWR) gibt der Forstwirtschaft eine Stimme. Er ist die repräsentative Vertretung aller mit der Forstwirtschaft und dem Wald befassten Akteure in der Bundesrepublik Deutschland und setzt sich für die Interessen und Belange einer nachhaltigen Forstwirtschaft ein. Nachhaltige Forstwirtschaft bedeutet für den DFWR, dass Pflege und Bewirtschaftung der Wälder im Interesse ihres gesunden, stabilen und leistungsfähigen Zustandes, ihrer Multifunktionalität durch Nutzung, Schutz und Erholung und im Interesse der Landeskultur und des Umweltschutzes erfolgen – in der Gegenwart und in der Zukunft. Dies ist die Basis für rund zwei Millionen Waldbesitzende in Deutschland, die eine Waldfläche von 11,4 Millionen Hektar – das sind rund 32 Prozent des Bundesgebietes – bewirtschaften.

DFWR

Auch interessant

von