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Der Bartgeier kehrt zurück

Bearbeitet von Mirjam Kronschnabl-Ritz

Erstmals seit über 100 Jahren gibt es wieder Bartgeier in Bayern. Forstministerin Michaela Kaniber hat Anfang Juni gemeinsam mit Umweltminister Thorsten Glauber und dem Vorsitzenden des Landesbunds für Vogelschutz (LBV), Dr. Norbert Schäffer, im Nationalpark Berchtesgaden zwei junge Bartgeier ausgewildert.

„Mit dem Bartgeier kehrt ein imposanter Ureinwohner der Berge zurück in seine bayerische Heimat. Es freut mich ganz besonders, dass wir heute hier im Berchtesgadener Land eine Stück Geschichte schreiben. Das ist ein wichtiger Beitrag zum Artenschutz und zur Biodiversität. Auch wenn man den Bartgeier früher Lämmergeier nannte, reißt er keine lebenden Tiere und ist daher auch keine Bedrohung für die Tierhaltung im Alpenraum“, sagte die Ministerin. Denn der Bartgeier ist trotz seiner beachtlichen Größe kein Beutegreifer, sondern ein reiner Aasfresser.

Jungvögel werden durch Auswilderungsteam begleitet

Mit großer Freude hatte Staatsministerin Michaela Kaniber vor einem Monat die jagdrechtliche Auswilderungsgenehmigung ausgehändigt. Bis 2030 werden im Nationalpark nun jährlich zwei bis drei Jungvögel ausgewildert. Die ersten beiden Vögel, die künftig ihre Kreise um den Watzmann ziehen werden, kamen im März in einer internationalen Zuchtstation in Andalusien zur Welt. Mittlerweile bringen sie stattliche sechs Kilo auf die Waage und haben eine Flügelspannweite von fast drei Metern erreicht. In ihrem neuen Horst werden die beiden Jungvögel noch einige Wochen durch ein Auswilderungsteam des Landesbunds für Vogelschutz mit Unterstützung des Nationalparks Berchtesgaden betreut, bevor sie dann selbständig ihre neue Heimat im Gleitflug erkunden werden. „Die breite Unterstützung und das große Interesse der Öffentlichkeit an diesem Projekt machen deutlich, welchen herausragenden Stellenwert unsere heimische Natur in der Gesellschaft hat“, sagte die Ministerin.

Allgemeine Infos zum Bartgeier

Quelle: StMELF