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Günter Dame vor dem Baum des Jahres 2018, einer Edelkastanie

Arnsberger Forstamtsleiter Günter Dame im Ruhestand

Zwölf Jahre lang hat Günter Dame das Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald geleitet und damit viele wissenschaftliche Erkenntnisse in den nordrhein-westfälischen Wald hineingetragen. Andreas Wiebe, Leiter von Wald und Holz NRW hat die Verantwortung für diese wichtige Einrichtung an Dames kommissarischen Nachfolger Dr. Bertram Leder übergeben.

Unter Günter Dames Verantwortung entwickelte sich das 2008 gegründete Lehr- und Versuchsforstamt zu dem, was es heute ist: Unter einem Dach arbeiten Nordrhein-Westfalens profilierteste Waldexperten an praxisnahen Lösungen für die drängenden Probleme der Forstwirtschaft – vom Klimawandel bis zur Verbesserung der nachhaltigen Rohstoffbereitstellung. Um modellhaft neue Arbeitstechniken und Waldbauverfahren zu erproben und zu lehren, stehen im Arnsberger Wald rund 10.000 Hektar Waldfläche zur Verfügung. Gleichzeitig ist die Einrichtung mit dem Forstlichen Bildungszentrum der zentrale Ausbildungsort in NRW für künftige Generationen von Wald-Fachkräften. „Den Fortschritt und wissenschaftliche Erkenntnisse in den Wald und in die Köpfe der Försterinnen und Förster sowie Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer tragen, das war und ist das zentrale Ziel unserer Arbeit“, sagte Dame. „Ich habe es hier am Ausbildungsstandort genossen zu sehen, dass unser Beruf Zukunft hat und das er so viele talentierte und interessierte Leute anzieht“, so Dame weiter. Dem erfahrenen Forstfachmann und Waldliebhaber hat bei seiner Tätigkeit stets die Multifunktionalität des Waldes am Herzen gelegen. „Die Gesellschaft kann ökologischen, ökonomischen und sozialen Nutzen aus dem Wald ziehen“, lautet seine Überzeugung. Und er fügte hinzu: „Der Wald ist ein Stück Urnatur, das dem Mensch in vielerlei Hinsicht dient.“

Zur Person Günter Dame

Welch vielfältigen Interessen der Wald gerecht werden muss und wie es trotzdem gelingen kann, gleich mehrfach Nutzen aus ihm zu ziehen, haben ihn seine vielen Berufsjahre in der Landesforstverwaltung gelehrt: Nach seinem Studium der Forstwissenschaft in Göttingen und einer ersten beruflichen Station an der damaligen Landesanstalt für Ökologie in Xanten, wechselte er ins Umweltministerium nach Düsseldorf. Als Referent in verschiedenen Bereichen – vom Jagdreferat, über den Waldbau bis hin zur Forstpolitik, wo er sich insbesondere mit neuartigen Waldschäden befasste – erlebte und gestaltete er den großen Umbruch hin zu einer naturnahen Waldwirtschaft direkt mit. Zu sehen, wie dieser Wandel Früchte trägt, gehört rückblickend zu den besonderen Freuden seiner Berufsjahre: „Es ging und geht darum, im Einklang mit der Natur zu wirtschaften, gesunde und artenreiche Mischwälder zu fördern, einzigartige Biotope wie die Fließgewässer im Arnsberger Wald naturnah zu entwickeln und den Lebensraum für die Rückkehr seltener Tierarten wie Bachneunauge, Groppe, Fischotter, Wildkatze, Luchs, Schwarzstorch und Sperlingskauz aktiv zu gestalten“, sagte er nicht ohne Stolz.

Dass er nach vielen Berufsjahren in Düsseldorf die Leitung des Lehr- und Versuchsforstamtes übertragen bekam, war für ihn eine doppelte Rückkehr zu den Wurzeln: Als gebürtiger Arnsberger konnte er mit seiner Frau und seinem Sohn zurück in die Heimat kommen. Gleichzeitig war der Wechsel für ihn nach eigener Aussage eine großartige Möglichkeit, die in der facettenreichen Verwaltungstätigkeit seiner ersten Berufsjahrzehnte erworbenen Kenntnisse direkt und gestaltend in die Praxis einzubringen.

„Für unser neu gegründetes Lehr- und Versuchsforstamt Arnsberger Wald war Günter Dame die Idealbesetzung. Durch seine langjährige Berufserfahrung auf vielen Ebenen der landes- und bundesweiten Forstwirtschaft ist er bestens vernetzt. Von seinen mannigfaltig fundierten Kenntnissen haben wir bei der Etablierung dieses Experten-Standorts im Arnsberger Wald viele Jahre profitiert“, sagte Wiebe bei der Verabschiedung.

Seiner Liebe zum Wald wird er auch im Ruhestand treu bleiben. Im Grün der Bäume finde er Entspannung, verrät er. „Grün tut der Menschenseele gut“, sagte Dame.

Sein kommissarischer Nachfolger Dr. Bertram Leder verfügt als Leiter der Schwerpunktaufgabe Waldbau und Forstvermehrungsgut über langjährige Erfahrung in den Forschungsfeldern Waldbau, Waldökologie und Waldbaustrategien zur Klimawandelanpassung. Als Obmann der Sektion Waldbau im Deutschen Verband Forstlicher Forschungsanstalten (DVFFA) ist er national wie international gut vernetzt.

Wald und Holz NRW

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