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Dendromasseproduktion aus Pappelplantagen in ländlichen Gebieten Europa

Auftakt zum Forschungsprojekt für eine nachhaltige Dendromasseproduktion aus Pappelplantagen in ländlichen Gebieten Europas (Securing Sustainable Dendromass Production with Poplar Plantations in European Rural Areas), kurz Dendromass4Europe. In diesem von der EU geförderten Forschungsprojekt arbeiten Wissenschaftler und Industriepartner aus sieben Ländern für die nächsten fünf Jahre zusammen.

Am 7. und 8. Juni treffen sich die Projektpartner zu einer Kick-off-Veranstaltung an der TU Dresden. ; ; Prof. Norbert Weber von der Professur für Forstpolitik und Forstliche Ressourcenökonomie an der TU Dresden koordiniert das Vorhaben: „Mit diesem Großprojekt möchten wir gemeinsam mit unseren europäischen Partnern aus Industrie und Forschung mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: Holz-Biomasse aus Pappeln umweltverträglich erzeugen und daraus innovative Produkte herstellen. Ein solches Vorhaben setzt natürlich voraus, dass viele Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Disziplinen mitarbeiten. Im Team der TU Dresden haben sich Fachleute aus der Standortskunde, der Holz-und Pflanzenchemie, der Holz- und Faserstofftechnik, der Genetik und der Forstnutzung zusammengefunden.“ ; Um was geht es genau ; Auf insgesamt 2.500 ha benachteiligten und ungenutzten landwirtschaftlichen Flächen in Südosteuropa sollen Kurzumtriebsplantagen (KUP) mit Pappeln entstehen. Diese Plantagen stellen dann den Rohstoff für die Errichtung von vier neuen, bio-basierten Wertschöpfungsketten auf Grundlage von Pappelholz und -rinde bereit: ; (1) neuartige Holzwerkstoffplatten für die Möbelproduktion von IKEA, deren neues Innenleben die Platten, bei gleichzeitig geringerem Ressourcenverbrauch und geringerem Gewicht, stabiler macht. Pappelrinde, welche derzeit vorrangig der Energiegewinnung dient, wird zu (2) bio-fungiziden (pilzhemmenden) Fasergusskomponenten verarbeitet. Diese Fasergussteile können Kunststoffe bei Verpackungen ersetzen und ist zudem problemlos wiederverwendbar. Gleichzeitig ist geplant die Rinde in (3) Holzverbundstoffen (sogenannten Wood-Plastic-Composites, WPC) und (4) Holzverbundstoffgranulaten einzuarbeiten. ; Die Forscher vom National Council for Research (Italien), Ökoforestino Ltd. (Ungarn), der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften (Schweden) und der Technischen Universität Dresden unterstützen dabei mit ihrem Fachwissen im Bereich der Land-, Forst- und Holzwirtschaft die involvierten Industriepartner. Als Partner, insbesondere in ökologischen Fragestellungen der Bewirtschaftung, wird das Projekt begleitet vom Kompetenzzentrum Holz GmbH (Österreich), und Daphne, Institut für angewandte Ökologie (Slowakei). ; Die Bewirtschafter der Kurzumtriebsplantagen werden aktiv einbezogen, beispielsweise über Vorführungen und Schulungen vor Ort. Interessierte können sich regelmäßig über verschiedene Medienkanäle (Internetseite, Veröffentlichungen) über das Projekt informieren. ; ; Das Vorhaben wird unter dem Bio Based Industries Joint Undertaking von der Europäischen Kommission im EU-Rahmenprogramm Horizon 2020 – BBI – JTI – 2016 gefördert (Grant Agreement Nr. 745874). Projektstart war der 1.6.2017. Die Projektdauer beträgt fünf Jahre, das Projektbudget 20,5 Mio. € (Fördersumme 9,8 Mio. €).

TU Dresden

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