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Den Rohstoff Holz in Szene setzen

Den Rohstoff Holz in Szene setzen

Die verstärkte energetische, aber auch stoffliche Holzverwendung zur Stärkung der Energiewende, aber auch der heimischen Wirtschaft, stand im Mittelpunkt eines Besuchs der CSU-Landtagsabgeordneten Hans Ritt und Walter Nussel im Landkreis Passau. Den Auftakt des Besuches machte dabei die Holzwerke Weinzierl in Vilshofen, die neben der Schnittholzerzeugung auch zu den deutschlandweit größten Pelletproduzenten gehören.

Wenn man aus dem Sägewerk Richtung Bayerischer Wald blickt, könne man gar nicht anders, als den wichtigsten heimischen Rohstoff zu erkennen, eröffnete der Geschäftsführer des Deutschen Energieholz- und Pellet-Verbandes e. V. (DEPV) Martin Bentele die Diskussion. Bentele, der auch Vorsitzender von proHolz Bayern ist, verwies darauf, dass Deutschland in Mitteleuropa die höchsten Holzvorräte und die größte Sägewerksproduktion habe. Dabei, so Bentele, schöpfe man in Bayern gar nicht aus, was jährlich mit rd. 20 Mio. m³ Holz im Wald zuwachse. „Auch wenn der Holzbau auf dem Vormarsch ist, kann man noch mehr für den Einsatz des Baustoffes tun“, meinte Walter Nussel, der seit diesem Jahr auch Entbürokratisierungsbeauftragter der Staatsregierung – und gelernter Forstwirt – ist. Der neue Konzertsaal in München wäre etwas, das ihm in Holzausführung gefiele und wofür er sich einsetze.

Auch Hans Ritt muss man beim Thema Holz nicht „zum Jagen tragen“. Als Schornsteinfegermeister und Mitglied im Umweltausschuss des bayerischen Landtages setzt er sich schon lange für erneuerbare Energien wie Holzpellets ein. Dass Ölheizungen in Bayern noch vom Staat gefördert werden, gefällt ihm nicht – verhindern konnte er es aber auch nicht. Wie überhaupt die niedrigen Preise für fossile Energien den Ausbau neuer, moderner Heizungen bremsen. Der DEPV, so Bentele, fordert vor diesem Hintergrund eine Bepreisung der Energieträger nach ihrer Kohlenstoffdioxid (CO2)-Bilanz. Dem könnten auch die CSU-Abgeordneten etwas abgewinnen. Alleine die Machbarkeit werde sich als „dickes Brett darstellen“.

Wie man aus dem Produkt Holz rundherum und im Ganzen Wertschöpfung erzielt, die zu 100 Prozent in der Region bleibt, erläuterte Firmenchef Hans Weinzierl eindrücklich. Neben dem Schnittholz und den zur Pelletproduktion benötigten Holzspänen wird aus dem übrigen Restholz Strom und Wärme produziert, was das Unternehmen energieautark mache. Der Strom werde eingespeist und die bei seiner Erzeugung anfallende Wärme zur Schnittholz- und Spänetrocknung eingesetzt. „Abfall gibt es im Säge- und Pelletwerk keinen“, stellte Weinzierl fest. Dieser Sachverhalt stellte für Landrat Franz Meyer eine „Glanzleistung“ dar und zeige, dass Unternehmen der Holzwirtschaft in Sachen Innovation ganz vorne stünden. Das könnten sie allerdings nur, wenn ihre Produkte auch ausreichend Absatz fänden. Der Landkreis Passau gehe hier mit gutem Beispiel voran, wie Meyer am Beispiel des in Holzbauweise errichteten Landratsamtes berichtete. Aber auch bei der Holzenergie ist Niederbayern im Freistaat vorne. Energiehändler Alexander Maier zeigte zum Abschluss der Veranstaltung, wie moderne Kundenbindung funktioniert. So gehöre modernste Fahrzeugtechnik dazu. Ganz zu schweigen davon, dass man auch bei Maier & Korduletsch mit gutem Beispiel vorangehe. Die neue Pelletheizung in der Schmierstofflagerhalle in Vilshofen sei dafür ein überzeugender Beleg.

Hintergrund

Der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e.V. vertritt seit 2001 die Interessen der deutschen Pellet- und Holzenergiebranche. Kessel- und Ofenhersteller, Produzenten von Pellets und weiterer Energieholzsortimente, Komponentenhersteller sowie Vertriebs-partner haben sich in diesem Bundesverband organisiert.

DEPV

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