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Demonstration vor Umweltbundesamt unter dem Motto: „Umweltbundesamt fördert Waldsterben“

Am Montag, den 24. April 2017 findet vor dem Umweltbundesamt in Dessau zwischen 12.30 Uhr und 14.00 Uhr eine Demonstration des Waldbesitzerverbandes Sachsen-Anhalt statt.

Die Waldbesitzerverbände aus Brandenburg und Niedersachsen sowie der Bundesverband AGDW – Die Waldeigentümer sind mit Delegationen vertreten. Ebenso hat der Bauernverband Sachsen-Anhalt seine Mitglieder aufgerufen, Solidarität mit dem Waldbesitzerverband und den betroffenen Berufskollegen zu zeigen und an der Demonstration teilzunehmen. 
Hintergrund des Protestes ist die maßgebliche Verantwortung des Umweltbundesamtes bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. Das Umweltbundesamt verzögert und behindert aktuell einen ökologisch sinnvollen wie ökonomisch notwendigen Einsatz derselben im Wald und in der Landwirtschaft.  
Die bisher verwandten und genehmigten Mittel drohen alle, hinsichtlich ihrer Zulassung wegen der bewussten Verzögerungstaktik des Umweltbundesamtes auszulaufen. Eine der unsachlichen und vermutlich ideologisch motivierten Vorgaben des UBA ist, dass z.B. nur 50 % eines von Schadinsekten befallenen Waldes mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden darf. Damit können die Wälder aber nicht erfolgreich vom giftigen Eichenprozessionsspinner oder der Kiefernbuschhornblattwespe befreit werden, sondern auf 50 % der Fläche werden diese Schädlinge sogar geschützt. Mit einer solch offensichtlich verfehlten Strategie ist kein vernünftiger Waldschutz bei Schädlingsbefall mehr möglich!

Dadurch kann weder zeitnah noch im Umfang der Bekämpfung angemessen reagiert werden, wenn Waldschäden durch Insekten aufkommen. Konsequenzen der Verhinderungspraxis durch das UBA sind Waldzerstörungen in Niedersachsen mit rund 2.000 ha, Brandenburg mit 18.000 ha, in Hessen im sogenannten „Hessischen Ried“ und auch die Bedrohung der Eichenwälder im Gartenreich zu Dessau-Wörlitz.
 
Und die gravierenden Folgen spüren nicht nur Waldbesitzer, sondern aktuell die Bürger, wenn bereits mehrere Gemeinden im Norden Sachsen-Anhalts erwägen müssen, den touristisch beliebten Elberadweg wegen des gesundheitsgefährdenden Eichenprozessionsspinners zu sperren. Bereits jetzt ist darum vielerorts die Grünlandnutzung in der Landwirtschaft unmöglich.

Der Pflanzenschutzmitteleinsatz im Wald ist naturgemäß extrem reglementiert. Vier Bundes- und eine Landesbehörde sind im Zuge der dazu erforderlichen Genehmigungsverfahren seit Jahren und bis heute beteiligt. Und das ist auch gut so. Nur 0,01 % aller Einsätze von Pflanzenschutzmitteln in Deutschland finden deshalb im Wald statt und dies auch nur, wenn der Wald existentiell bedroht ist. Das Umweltbundesamt will hingegen überhaupt keine Einsätze von Schädlingsbekämpfungsmitteln im Wald. Eigentumsfragen oder waldbauliche Aspekte werden ausgeblendet. Damit kann Wald bei Schädlingsbefall nicht mehr ausreichend geschützt und erhalten werden.
 
Am 24. April 2017 findet die Jahrestagung des Deutschen Forstwirtschaftsrats (DFWR) in Dessau statt. Dieser vertritt die Interessen der mit Forstwirtschaft und Wald befassten Akteure in Deutschland. Aus diesem Anlass wird ein Protestzug vom Tagungsort zum Umweltbundesamt stattfinden, um auf das Problem Schädlingsbekämpfung und Eichenprozessionsspinner dort aufmerksam zu machen, wo eine Lösung verhindert wird: in eben diesem Bundesamt.
 
 
Daten zur Kundgebung:

Treffpunkt am 24. April 2017 um 12.30 Uhr am Radisson Blue Hotel, Friedensplatz 1, 06844 Dessau (Tagungsort des DFWR), 12.45 Uhr Abmarsch zum UBA, Wörlitzer Platz 1, ab etwa 13.30 Uhr Protestverlautbarung vor dem UBA 
Waldbesitzerverband Sachsen-Anhalt

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