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Die Umweltpreisträger 2017: Die Naturschützer Dr. Kai Frobel (o. l.), Inge Sielmann (o. M.) und Prof. Dr. Hubert Weiger (o. r.) sowie die Unternehmer Bernhard und Johannes Oswald (u. l.) werden 2017 mit dem Deutschen Umweltpreis der DBU ausgezeichnet. Der Ehrenpreis geht posthum an den verstorbenen früheren Außenminister der Marshall-Inseln, Tony de Brum (u. r.).

Deutscher Umweltpreis 2017

Die Naturschützer Inge Sielmann (87, München), Dr. Kai Frobel (58, Nürnberg) und Prof. Dr. Hubert Weiger (70, Fürth) sowie die Unternehmer Bernhard und Johannes Oswald (86 und 56, Miltenberg) andererseits wurden 2017 mit dem Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) ausgezeichnet.

Die Stiftung würdigte damit den Einsatz des Naturschützer-Trios für das erste und größte gesamtdeutsche Naturschutzprojekt, das „Grüne Band“. Das Familienunternehmen OSWALD Elektromotoren erhielt die Auszeichnung für die Entwicklung eines besonders energiesparenden Elektromotors, u. a. für industrielle Zerkleinerer oder Pressen. Die mit einem Preisgeld von jeweils 245.000 Euro verbundene Auszeichnung haben die beiden Preisträgergruppen am 29. Oktober 2017 in Braunschweig von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhalten. Der mit 10.000 Euro dotierte Ehrenpreis ging posthum an den verstorbenen früheren Außenminister der Marshall-Inseln, Tony de Brum.

Umweltpreis 2017: „Wegbereiter des Grünen Bandes”

Als „Wegbereiter des ‚Grünen Bandes‘ als erstes und größtes gesamtdeutsches Naturschutzprojekt“ würdigte der stellvertretende DBU-Generalsekretär Prof. Dr. Werner Wahmhoff Inge Sielmann, Ehren-Vorsitzende der Heinz Sielmann Stiftung, Dr. Kai Frobel, Koordinator des bundesweit und international tätigen Projektbüros Grünes Band des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und Prof. Dr. Hubert Weiger, Vorsitzender des BUND. Nur durch die Liebe engagierter Naturfreunde, für die das Trio stehe, habe die rund 1.400 Kilometer lange ehemalige innerdeutsche Grenze für die Pflanzen- und Tierwelt erhalten werden können, die einen Zufluchtsort innerhalb des ehemaligen ‚Todesstreifens‘ gefunden hatten. Inge Sielmann, Witwe des DBU-Ehrenpreisträgers von 2005, Heinz Sielmann, habe zudem das Werk ihres Mannes konsequent fortgesetzt und Neues vor allem in der Umweltbildung initiiert. Wahmhoff betonte: „Durch Sielmann, Frobel und Weiger wurde in Deutschland die Vision einer europäischen Initiative für das Grüne Band ins Leben gerufen und ein Symbol für die Überwindung des Kalten Krieges gesetzt.“

Umweltpreis 2017: Für mehr Energieeffizienz

Zu den Gesellschaftern und Geschäftsführern des Miltenberger Unternehmens OSWALD Elektromotoren, Johannes und Bernhard Oswald, führte Wahmhoff aus, Vater und Sohn hätten die Energieeffizienz und Produktivität von Anlagen wie z.B. industriellen Zerkleinerern und Pressen deutlich erhöht und seien Wegbereiter einer umweltentlastenden Innovation. Als erste hätten sie Machbarkeit und Perspektiven einer neuen Technologie erkannt und die Produkte erfolgreich am Markt platziert. Sie stünden für die kleinen und mittleren Familienunternehmen in Deutschland, denen für „unseren Wirtschaftsstandort eine überragende Bedeutung zukommt“. Ihre Torquemotoren (torque, engl.: Drehmoment) verringerten gegenüber anderen mechanischen oder hydraulischen Antriebslösungen den Energieverbrauch um bis zu 50 Prozent, der Einsatz von Getriebeöl falle weg, die Maschinen würden leichter, benötigten weniger Platz, produzierten geringere Betriebskosten und seien leiser. Mit ihren Antrieben habe sich die Fa. OSWALD zu einem Weltmarktführer entwickelt. Auch bei einer weiteren Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts, der Hochtemperatur Supraleiter Technologie, stehe die Firma mit an der Spitze der Entwicklung.

Umweltpreis 2017: Besondere Dienste für den Planeten

Den im August 2017 verstorbenen Ex-Außenminister der Marshall-Inseln Tony de Brum zeichnete Wahmhoff für sein persönliches Engagement und diplomatisches Geschick als Vertreter der pazifischen Inselstaaten aus. Ihm sei es maßgeblich zu verdanken, dass das Pariser Klimaschutzabkommen 2015 überhaupt zustande gekommen ist. Entscheidend mitgewirkt habe de Brum am Zustandekommen der „High Ambition Coalition“, einer Allianz von Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländern, die bei den Klimaverhandlungen eine einheitliche Kompromisslinie aufgebaut haben, um ihren Forderungen mehr Nachdruck zu verleihen. Er habe so vor allem den Staaten und Regionen eine Stimme verliehen, die voraussichtlich am stärksten von den Auswirkungen des Klimawandels durch steigende Meeresspiegel und starke Unwetter bedroht sein werden.

DBU/Red.

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