Forstpolitik

Das Schreckgespenst „Hohe Schrecke“ stößt auf Widerstand

Bearbeitet von Rainer Soppa

Das Naturschutzgebiet „Hohe Schrecke“ soll ausgeweitet werden. Doch Waldbesitzer und Landwirte sind davon wenig begeistert.

Das Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz (TLUBN) als obere Naturschutzbehörde beabsichtigt den Erlass einer Rechtsverordnung zur Neuausweisung des seit 2004 bestehenden Naturschutzgebietes „Hohe Schrecke“. Das schon jetzt größte Naturschutzgebiet (NSG) Thüringens soll dadurch von 3.500 ha auf 6.800 ha erweitert werden. Damit wäre es das zweitgrößte NSG Deutschlands. Betroffen von der Ausweitung sind auch über 500 private Waldbesitzer.

Die Unterlagen zur Mitwirkung der in Thüringen anerkannten Naturschutzvereinigungen und am Verfahren betroffenen Grundeigentümer stehen nur noch bis einschließlich 8. Februar 2021 zur Verfügung.

Einiges kommt einer Enteignung gleich

Im Verordnungstext des Landesamtes findet sich eine lange Liste von Verboten. An vielen Stellen dürfe der Wald abseits der Wege nicht betreten werden, Forstwirtschaft würde erschwert oder auch ganz untersagt. Doch es gebe im Text auch etliche Ausnahmen und auch Umwelt-Staatssekretär Olaf Möller (Bündnis 90 / Die Grünen) betont, an vielen Stellen sei Bewirtschaftung weiterhin möglich.

Ein ausführlicher Bericht aus Sicht der Waldbesitzer wurde in Zusammenarbeit mit dem Waldbesitzerverband für Thüringen mit dem Mitteldeutschen Rundfunk (mdr) erstellt.

Der Waldbesitzerverband für Thüringen und sein neuer Geschäftsführer Karsten Spinner stehen dem Vorhaben skeptisch gegenüber und finden, über so ein Verfahren müsste gründlich gesprochen werden. Die Vorgehensweise bezeichnet Spinner handstreichartig. Bislang gab es keinerlei Informationen des Verfahrensträgers. Die VO wurde lediglich über die Amtsblätter und im Internet bekannt gemacht.

Rainer Soppa