Holzernte

Das Schlitzverfahren

Bearbeitet von Oliver Gabriel

Schon in den 1950er Jahren hatte der Schweizer Walter Trepp die Idee, Gebirgswälder mit Hilfe von schmalen, schlitzartigen Bestandeslücken zu verjüngen. Angesichts des Klimawandels und häufigen Extremwetterereignissen hat Armin Haberl dieses kahlschlagfreie Verjüngungsverfahren im Rahmen einer Dissertation aufgegriffen und an die Verhältnisse bei den Bayerischen Staatsforsten (BaySF) angepasst.

Beim Schlitzverfahren schlagen Forstwirte motormanuell beidseits der Seiltrassen leiterförmig verteilte Schlitze in den Verjüngungsbestand. Kriterien bei der Anlage sind die Zielstärke des Baumes und die Verjüngungsmöglichkeiten im Altbestand. Das Schlitzverfahren ermöglicht eine kleinflächige und kosteneffiziente Verjüngung von Gebirgswäldern, auch bei geringen Holzanfällen.

So funktioniert es

Erster Eingriff. Bei der Entwicklung des Arbeitsverfahrens haben die Bayerischen Staatsforsten (BaySF) versucht, eine waldbaulich wie forsttechnisch optimale Ausformung und Verteilung der Schlitze zu erreichen. Die ausgezeichneten Bäume sollen gut zu fällen und sich mit dem Mastseilgerät einfach rücken lassen – bei möglichst geringen Bestandesschäden. Zur Vermeidung von Streifschäden werden die mit der Motorsäge gefällten Bäume im Baumverfahren aus den Schlitzen auf die Seiltrasse vorgerückt – und zwar um einen vorher markierten Prallbaum. Er wird vor dem Abbau des Seilgerätes ebenfalls gefällt und aufgearbeitet.

Verlegung der Seiltrassen und Zielstärkennutzung (Dritter Eingriff)
A. Haberl

Innerhalb der Schlitze werden die Bäume von der Seiltrasse weg, parallel zum Schlitzverlauf gefällt. Der Abstand der Schlitze entlang der Seiltrasse beträgt eine Baumlänge. Der Seiltrassenabstand beträgt zwei Altbaumlängen oder etwa 60 m. Bei entsprechender Anordnung können drei Verjüngungsschlitze je Hektar in den Altbestand geschlagen werden. Bei einem durchschnittlichen Bestandesvorrat von 500 m³/ha ergibt sich bei der erstmaligen Anlage der Schlitze zusammen mit dem Trassenholz (25 m³/ha) eine Entnahmemenge von rund 120 m³/ha.

Den vollständigen Artikel finden Sie in der Forst & Technik 6/2021 – oder in unserer neuen digitalen Ausgabe.

Dr. Armin Haberl ist Stellvertretender Leiter des Forstbetriebes Berchtesgaden bei den Bayerischen Staatsforsten; Dipl.-Ing. Dr. Gernot Erber ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Forsttechnik an der Universität für Bodenkultur Wien; Univ. Prof. Dipl.-Ing. Dr. Karl Stampfer leitet das Department für Wald- und Bodenwissenschaften und die Professur für Forsttechnik an der Universität für Bodenkultur Wien. Die Dissertation kann unter folgendem Link heruntergeladen werden: www.forstpraxis.de/Haberl-Schlitzverfahren