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ÖBf-Revierleiter Stefan Mößler (l.) und Braumeister Axel Kiesbye mit frisch gesammeltem Fichtenharz. Foto: ÖBf/Wolfgang Simlinger

Das neue Waldbier 2015 „Fichte“

Bereits zur Tradition geworden ist das alljährliche Brauen eines Waldbieres mit einer jeweils neuen Waldzutat, das die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) gemeinsam mit Braumeister Axel Kiesbye und der Trumer Brauerei im Internationalen Jahr des Waldes 2011 erstmals initiiert haben.

„Heuer steht das Waldbier ganz im Zeichen Österreichs wichtigster Baumart – der Fichte“, freut sich Rudolf Freidhager, Vorstandssprecher der Bundesforste, auf die neue Bier-Spezialität. Dafür wurde dieser Tage in Bundesforste-Wäldern am Traunstein (OÖ) die wichtigste Zutat geerntet: reinstes Fichtenharz. Erstmals kommt damit, anders als in den Vorjahren, in denen mit Maitrieben, Zapfen und Nadeln gearbeitet wurde, Harz als Rohstoff zur Anwendung.
„Für das Fichten-Waldbier wurden in einem Fichtenblockwald im Forstrevier Traunstein rund 20 kg Fichtenharz geerntet“, erklärt Freidhager. Vom Harz verspricht sich Braumeister Axel Kiesbye ein ganz besonderes Waldbier-Aroma: „Durch das eingesetzte Fichtenharz wird das Waldbier 2015 weitaus intensivere Noten nach Marzipan, Karamell und Waldbeeren haben als in den Editionen zuvor.“ In den nächsten Wochen wird das Bier in der Trumer Brauerei in Obertrum unter Anleitung des Braumeisters eingebraut, bevor es im Herbst schließlich öffentlich vorgestellt und verkostet wird.
Vom Harz zum Hopfen 100 % Natur
Geerntet wurde das Fichtenharz in einem naturbelassenen Fichtenblockwald der Bundesforste auf rund 900 Meter Seeehöhe hoch über dem Traunsee. Dabei wurde bereits ausgetretenes Fichtenharz gewonnen, das sich in Harzklumpen gesammelt hatte. In dem Fels durchsetzten Blockwald führen Felsbewegungen und herabstürzende Steine immer wieder zu Verletzungen an den Bäumen, die durch das Harz auf natürliche Weise wieder verschlossen werden. „Dabei kann das Harz von hellrosa über bernsteinfarben bis dunkelbraun unterschiedliche Färbungen annehmen, die von Witterungseinflüssen wie Wärme, Kälte oder Pollenflug abhängig sind“, so der Wald- und Forstexperte. „Auch Bernstein ist – anders als es sein Name vermuten lässt – kein Stein, sondern versteinertes Harz urzeitlicher Nadelbäume.“ In verschiedenen Gewerben war Baumharz lange Zeit ein wichtiger Rohstoff.
„Harz galt als begehrtes Naturprodukt. Es zeichnet sich durch seine dichte, klebrige Konsistenz und hohe Brennbarkeit aus und war ein wichtiger Rohstoff etwa zum Abdichten im Schiffsbau oder in der Fassbinderei. Auch in der Volksmedizin wurde es für Salben oder Umschläge verwendet“, weiß Freidhager. Zu den wichtigsten Harzbaumarten zählen Kiefern, Lärchen, aber auch Fichten und Zirben.
Waldbier-Zyklus mit Nadelbäumen
Das Waldbier 2015 „Fichte“ schließt den fünfjährigen Zyklus an Nadelbäumen nunmehr ab. Seit 2011 wurden fünf Waldbiere mit jeweils anderen Baumarten und Zutaten gebraut: Den Auftakt machte die Tanne aus ÖBf-Wäldern am Salzburger Hochkönig 2011, gefolgt von der Zirbe aus ÖBf-Wäldern im Tiroler Radurschltal (2012), der Lärche aus ÖBf-Wäldern in Bad Aussee (2013) und schließlich der Schwarzkiefer aus ÖBf-Wäldern bei Hinterbrühl im Wienerwald (2014).
„Mit dem Waldbier bringen wir den Wald in die Wohnzimmer und auf den Speisetisch“, zeigt sich Freidhager um stets neue Ansätze zur Naturvermittlung bemüht. „Das ätherisch, dezent-würzige Gourmetbier passt besonders gut zu kräftigen Gewürzen und Speisen wie Wild, Räucherfischen, Pilzgerichten, aber auch zur Asia-Küche“, empfiehlt Axel Kiesbye.
Waldbier 2015 „Fichte“ ab Herbst erhältlich
Das neue Waldbier 2015 „Fichte“ wird voraussichtlich ab Oktober erhältlich sein. Wie bisher wird es in limitierter Auflage hergestellt und in Gourmet-Flaschen zu 0,75 l und 033, l abgefüllt. Aufgrund seines hohen Alkoholgehalts von 7,2 % verfügt das Waldbier über eine ausgezeichnete Lagerfähigkeit und kann – ganz im Sinne der Nachhaltigkeit – als Jahrgangsbier gesammelt und mehrere Jahre gelagert werden.
Die Waldbier-Sorten der Vorjahre sind nahezu ausverkauft und nur mehr vereinzelt erhältlich.
Österreichische Bundesforste
Haubenkoch Christian Petz ÖBf-Revierleiter Stefan Mößler (l.) und Braumeister Axel Kiesbye mit frisch gesammeltem Fichtenharz. Foto: ÖBf/Wolfgang Simlinger

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