Holztransport

Das Kabinett billigt Spritpreissenkung

Bearbeitet von Oliver Gabriel

Das Bundeskabinett hat am 27. April ihr milliardenschweres Entlastungspaket auf den Weg gebracht. Dazu gehören ein befristetes Neun-Euro-Monatsticket für den Nah- und Regionalverkehr, eine 300-Euro-Energiepreispauschale für alle einkommensteuerpflichtigen Erwerbstätigen sowie ein Bonus für Familien mit Kindern und Sozialleistungsbezieher. Außerdem kommt eine befristete Absenkung der Energiesteuern auf Kraftstoffe. Sie sinken von Anfang Juni bis Ende August bei Benzin um 29,55 Cent je Liter und bei Diesel um 14,04 Cent je Liter. Alleine durch diese Steuersenkung kostet dem Bund rund 3,15 Mrd. Euro.

Tropfen auf dem heißen Stein

Die Verbände der Logistikwirtschaft AMÖ, BGL und BWVL sind nicht zufrieden. Sie bezeichneten den temporären Energiesteuerrabatt angesichts der massiven Preissteigerungen als Tropfen auf den heißen Stein. Bislang unberücksichtigt blieben die Preissteigerungen bei den Gaskraftstoffen LNG und CNG sowie bei AdBlue. Sie sprechen sich dafür aus, die CO2-Abgabe von ca. 9,5 Cent pro Liter so lange auszusetzten, bis Lkw mit alternativen Antrieben am Markt in nennenswerter Zahl verfügbar sind. Die intendierte Lenkungswirkung kann die CO2-Abgabe derzeit gar nicht entfalten.

Die Spritpreise haben derweil leicht nachgegeben. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete ein Liter Super E10 am 25. April 1,954 Euro, wie der ADAC mitteilte. Das waren 2,1 Cent weniger als eine Woche zuvor. Diesel verbilligte sich um 0,8 Cent auf 2,019 Euro. Damit sind die Kraftstoffe noch immer viel teurer als vor Beginn des Ukraine-Krieges.

Wöchentliche Preisstatistik

Als hilfreich bezeichnen die Verrbände, dass das Statistische Bundesamte seine Kraftstoffpreisinformationen nicht mehr monatlich, sondern wöcheltlich veröffentlicht. Auf diese Weise können Preisgleitklauseln (Dieselfloater) ihre dämpfende Wirkung besser entfalten als bisher. Allerdings gilt die nur für Endverbraucherpreise an der Tankstelle.

Red.