Das aktuelle Heft. Deutscher Waldbesitzer

Die aktuelle Ausgabe vom Deutschen Waldbesitzer
mit folgenden Themen:

  • Schwarznussanbau
  • Investment Wald
  • Mobilsägewerke
Foto: S. Raupach

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

die Bereitschaft von Regierungen und Parlamenten, bei der Bewältigung existenzieller Probleme der Waldeigentümer zu helfen, ist groß. Wir dürfen gespannt sein, welche Rezepte die nächste Bundesregierung für uns bereithält.

Die Politik in Berlin und Brüssel muss die Belange der Waldeigentümer beachten. Begangene Fehler müssen erkannt und umgehend korrigiert werden. Mit dem Klimaschutzgesetz soll die Forstwirtschaft verpflichtet werden, Emissionen zu kompensieren, die sie nicht ausgestoßen hat. Das Verursacherprinzip wurde dabei ignoriert. Dass bei konsequenter Umsetzung die nachhaltige Forstwirtschaft und ihr Beitrag zur Stabilisierung des Klimas geopfert wird, scheint im Eifer des Gesetzgebungsverfahrens unter den Tisch gefallen zu sein. 

10 % der Landesfläche will die EU-Kommission unter Totalschutz stellen und 30 % als Schutzgebiete ausweisen. Eine Prüfung der Vereinbarkeit mit Eigentümerrechten hält sie nicht für notwendig, wie einem Briefwechsel mit dem Büro der Kommissionspräsidentin zu entnehmen ist.

Die Gefahren an Straßen und Schienen durch umstürzende Bäume nehmen von Tag zu Tag zu. Waldeigentümer können die Verkehrssicherheit an den straßenbegleitenden Waldrändern nicht mehr sicherstellen. Die Grenzen der Verhältnismäßigkeit sind hier weit überschritten.

Statt im Bundestagswahlkampf über Waldbau zu streiten, sollten Politiker zuerst ihre Hausaufgaben machen und Gesetze verabschieden, die grundlegende Rechtsprinzipien beachten. Eigentümerrechte, das Verursacherprinzip und der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit haben Vorrang vor Gemeinwohlinteressen.

Ihr Christian Raupach, Geschäftsführender Direktor Hessischer Waldbesitzerverband e. V.