Newsletter
ABO
Zeitschriften
Service
Eine Filiale des Möbeldiscounters Dänisches Bettenlager in Hannover

Dänisches Bettenlager zahlt erneut Strafe

Das Landgericht Flensburg hat die Möbelkette Dänisches Bettenlager zu eine Strafe von 30.000 € verurteilt. Das Unternehmen hat Holzprodukte falsch gekennzeichnet. Konkret ging es um einen Tisch, der laut Dänisches Bettenlager aus Eichenholz bestehen sollte, tatsächlich jedoch Esche enthielt. Das Landgericht erkannte darin einen Verstoß gegen das Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb.

Es ist bereits das fünfte Mal, dass das zur Jysk Holding gehörende Unternehmen mit fast 1.000 Filialen in Deutschland nach dem Wettbewerbsrecht verurteilt wird (in Summe insgesamt 70.000 €). Es kann gegen das Urteil noch Berufung einlegen.

Alle Fälle gehen auf Recherchen der Umweltschutzorganisation WWF zurück. Die Umweltschützer hatten Produkte des Unternehmens in der Vergangenheit wiederholt analysiert und waren dabei immer wieder auf falsche Angaben bezüglich Herkunft und Art des verwendeten Holzes gestoßen.

Europäische Holzhandelsverordnung

Laut der Europäischen Holzhandelsverordnung (EUTR) sind Unternehmen in Europa verpflichtet, die Legalität ihres importierten Holzes nachzuweisen. Das gehe aber nur mit genauer Kenntnis über Holzart und -herkunft. Nur mit einwandfrei dokumentiertem Holz könne weitgehend sichergestellt werden, dass es nicht aus illegalen Quellen und damit aus Raubbau stamme. „Falschangaben beim Holz führen nicht nur die Verbraucher in die Irre, sondern sind auch ein Hinweis auf illegales Holz.“

Vorwürfe an die zuständige Behörde

Der WWF hat seine Rechercheergebnisse in der Vergangenheit wiederholt bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) angezeigt, die für die Einhaltung der Holzhandelsverordnung in Deutschland zuständig ist. Die habe im Fall Dänisches Bettenlager bislang jedoch nur Verwarnungen ausgesprochen.

Kontrollen und Sanktionen finden nach Angaben der Umweltschützer zu selten statt: „In Deutschland wird viel zu lasch kontrolliert. Das Wettbewerbsrecht ist daher absurderweise das schärfere Schwert als das eigentlich für solche Fälle vorgesehene Gesetz gegen illegale Holzprodukte. Angesichts der vielen dokumentierten Verstöße stellt sich die Frage, ob die BLE überhaupt willens ist, Unternehmen zu kontrollieren und sanktionieren.

WWF/Red

Auch interessant

von