ForstTechnik

Warnsystem für die Waldarbeit D2-forest

Bearbeitet von Heinrich Höllerl

Das Vordringen der mechanisierten Holzernte hat die Forstarbeiter weit aus dem Gefahrenbereich der fallenden Bäume und der schweren Maschinen verbannt. Früheinschlag im Laubholz, großflächige Naturverjüngung und erweiterte Gassenabstände lösen seit einigen Jahren jedoch eine gegenläufige Entwicklung aus: Plötzlich befinden sich wieder Beifäller im Hieb. Das wirft Sicherheitsfragen auf.

Bei den sogenannten kombinierten Verfahren geht man im Regelfall davon aus, dass die motormanuellen Kräfte immer mit genügend Vorlauf und damit Abstand zur Maschine arbeiten. Aber wer kann das bei einem dichtbelaubten Unterwuchs immer mit Sicherheit sagen? Auch akustisch gibt es kaum eine Vorwarnung, wenn man sich zu nahe kommt, schon gar nicht auf eine sichere Distanz von zwei Baumlängen. Der Maschinenfahrer sitzt in seiner schallgedämmten Kabine, und der Sägenführer hat seinen Gehörschutz auf. Darüber grübelten auch Ralf Dreeke, Geschäftsführer bei Wahlers Forsttechnik und Markus Müller, Mitarbeiter bei HessenForst Technik. Durch einen Zeitungsbericht wurden sie auf ein neuartiges Warnsystem beim Holzwerkstoffhersteller Glunz aufmerksam, durch das Unfälle mit Radladern und Gabelstaplern auf dem Werksgelände vermieden werden. Die Idee dahinter ist eigentlich ganz simpel: Sobald eine Person den Sicherheitsbereich um die Maschine betritt, wird Alarm ausgelöst – sowohl beim Fahrer, als auch beim Fußgänger. Dann kann man Kontakt miteinander aufnehmen und die Sicherheit wieder herstellen. Im Wald sind die Anforderungen allerdings noch etwas komplizierter als im Sägewerk oder in einem Hochregallager: Durch die Bäume, den Unterwuchs oder schlicht das Gelände ergibt sich eine vielfache Abschattung und gleichzeitig ist der nötige Sicherheitsabstand mit mindestens 70 m sehr groß. Bewegungssensoren, Ultraschall- und Radargeräte, Wärmebildkameras oder andere Bildverarbeitungssysteme sind bisher an diesen Hindernissen gescheitert. Aber die junge Firma Comnovo, eine Ausgründung der TU Dortmund, von der auch das genannte Sicherheitssystem bei Glunz stammt, hat sich prompt der Herausforderung gestellt und zusammen mit Wahlers Forsttechnik und HessenForst Technik das System „D2Forest“ entwickelt.

Heinrich Höllerl