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CO2-Preis: Droht jetzt eine Verteuerung der Holzenergie?

Bearbeitet von Jörg Fischer

Mehrere Verbände aus der Holzbranche appellieren an den Bundesrat, Holz nicht in den nationalen CO2-Preis aufzunehmen.

Das Bundeskabinett hat am 13. Juli den Entwurf eines zweiten Gesetzes zur Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes (BEHG) verabschiedet. Darin ist vorgesehen, dass die bisherige Ausnahme für Brennstoffe aus Holz ab 1. Januar 2023 gestrichen werden soll.

Der Bundesrat könnte das Vorhaben noch kippen. Vor der abschließenden Beratung im Bundesrat am 16. September appellieren deshalb der Fachverband Holzenergie (FVH) im Bundesverband Bioenergie und der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) an die Ländervertreter, den Empfehlungen des Wirtschaftsausschusses zu folgen und Holz nicht in die nationale CO2-Bepreisung aufzunehmen. Die Verbände sehen in der Besteuerung des klimaneutralen Energieträgers Holz in bestimmten Anlagen den entgegengesetzten Weg zu den Entlastungspaketen für Verbraucher und Wirtschaft.

CO2-Preis: Bisherige Maßnahmen würden konterkariert

„Mit Blick auf den dringend benötigten Umstieg auf erneuerbare Energien sowie die aktuellen Energiepreise und Versorgungsunsicherheit würde Deutschland damit alle seine bisherigen Maßnahmen konterkarieren“, argumentiert Julia Möbus, Geschäftsführerin des DeSH.

Die geltende Regelung des BEHG stelle sicher, dass Holz nicht als Brennstoff im Sinne des BEHG gilt und damit vom CO2-Preis ausgenommen ist. Das Vorhaben wirke insbesondere dadurch paradox, da die Bundesregierung in ihrem 3. Entlastungspaket erst kürzlich die Erhöhung des CO2-Preises für die nächsten Jahre ausgesetzt habe.

Keine Lenkungswirkung durch CO2-Preis

Die Verbände begrüßen zudem, dass der Wirtschaftsausschuss des Bundesrats festgestellt hat, dass eine Einbeziehung von Holzbrennstoffen in das BEHG zu keinem geringeren Altholzanfall führen würde. „Eine CO2-Bepreisung von Altholz in Biomasseanlagen wird keine Lenkungswirkung auf die Entstehung von Altholz bei Verbrauchern und Unternehmen entfalten.

Der grundlegende Unterschied von Altholz zu fossilen Energieträgern ist, dass Altholz als Abfall ohnehin anfällt, während die fossilen Energieträger bewusst zur Energieerzeugung gefördert werden. Durch eine CO2-Bepreisung würde damit kein Lenkungseffekt entstehen, so Möbus weiter.

Text: Ulrich Graf, Redaktion BLW