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CO2 im Holz statt im Boden einlagern

CO2 im Holz statt im Boden einlagern

Nach der Absage der Bundesregierung an die Verfahren des Geo-Engineering muss sich das Augenmerk der Klimapolitik auf die Wirtschaftswälder und Holzprodukte als wirksame Klimasenke richten, fordert die Initiative HolzProKlima. Das Potenzial der natürlichen Photosynthese und die verstärkte Verwendung langlebiger Holzprodukte sollte Bundesumweltminister Peter Altmaier auch in seinem 10-Punkte-Plan berücksichtigen, den er angekündigt hat.

Dr. Peter Sauerwein, Geschäftsführer des Verbandes der deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI) und einer der Initiatoren von HolzProKlima, sieht in der Entscheidung von Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) gegen die unterirdische CO2-Einlagerung (CCS) eine Chance: „Die Bundesregierung hat erkannt, dass gegen den Willen der Bevölkerung kein Verpressen von CO2 im Boden zu realisieren ist. Ganz anders sieht es mit der natürlichen CO2-Speicherung im Holz aus. Die Menschen hegen große Sympathien für Holzprodukte – im Bauwesen, beim Einrichten und Wohnen. Warum also nicht die Verwendung von Holz massiv vorantreiben?“

Nach Angaben der Initiative, der bereits 13 Wirtschaftsverbände angehören, verhindern Holzprodukte aus heimischer Fertigung heute schon 8,2 % der deutschen CO2-Emissionen, das sind 75 Mio. t pro Jahr. Die Absage Altmaiers an das Geo-Engineering überraschte Experten auf allen Seiten. Denn die unterirdische Lagerung des Treibhausgases CO2 mit der sogenannten CCS-Technologie wurde sogar von einigen Umweltverbänden als Methode zur Klimakühlung akzeptiert. Erste Pilotvorhaben mit CCS-Technologie wie in Schleswig-Holstein oder Brandenburg wurden jedoch nach starken Protesten der Anwohner schnell wieder aufgegeben.

Die Initiative weist darauf hin, dass im Gegensatz dazu die Ausdehnung und nachhaltige Nutzung der Wälder und die handwerkliche und industrielle Verwendung des jährlichen Holzzuwachses bei den Bürgern auf eine große Akzeptanz träfen. Durch gezielte Aufklärung im Bau- und Modernisierungsbereich stiege die Holzverwendung stark an und mit ihr die vom Bundesminister gewünschte CO2-Absenkung.

Im Gesetz zur unterirdischen CO2-Speicherung wurde als Speicher-Jahresmenge 1,3 Mio. t des Treibhausgases festgelegt. Diese Menge könne durch Holzkonsum sehr schnell und preiswert erzielt werden, führt Sauerwein aus: „Nur 1,7 Prozent mehr stoffliche Holzverwendung in Deutschland erreichen diesen Effekt – gemäß dem Nachhaltigkeitsprinzip und ohne jedes Risiko.“

Ein 11. Punkt im 10-Punkte-Plan des Umweltministers?

Zur bestmöglichen Verwirklichung dieses pragmatischen Klimaschutzansatzes muss nach Ansicht der Initiative HolzProKlima auch die Energieerzeugung durch Holz neu bewertet werden. Zuletzt sei durch einseitige, nicht koordinierte staatliche Subventionen immer mehr Holz, das jahrzehntelang unter forstlicher Fachkunde im Wald herangewachsen ist, direkt als „Biomasse“ verheizt worden. Das vernichtete neben erheblichen Wertschöpfungsmöglichkeiten auch die langfristigen Klimaschutzeffekte des Holzes.

Dr. Sauerwein appeliert daher: „Unsere Initiative fordert, im Sinne der Verantwortung einer nachhaltigen Nutzung von Wald und Holz, vor die energetischen Entwertung die stoffliche Verwertung von Holz zu setzen. Außerdem wäre ein Totalschutz von Waldgebieten kontraproduktiv. Angesichts der dramatischen Entwicklung des globalen Klimas dürfen wir das Potenzial unserer natürlichen Klimaschutzgaranten Wald, Forstwirtschaft und Holzverarbeitung nicht schwächen. Im Gegenteil: Bundesminister Altmaier sollte dem in seinem 10-Punkte-Plan Rechnung tragen.“
 
Initiative HolzProKlima

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