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Organic-Flow-Battery mit Lignin als Elektrolyt

Strom aus Lignin

Was mit Holz nicht alles machbar ist: Jetzt tritt ein Unternehmen an, Lignin als Speichermedium für Strom marktfähig zu machen und will in Kürze damit ein marktreifes und konkurrenzfähiges Produkt herausbringen.

Die „CMBlu Energy“ ist in Alzenau im Landkreis Aschaffenburg beheimatet. Ihr Forschungsansatz ist, die bekannte Redox-Technik für die Zwischenspeicherung großer Energiemengen zu nutzen. Dazu wandelt man Lignin in ein Elektrolyt um, dessen Energiedichte ungefähr so ist wie bei Bleiakkus. Mit einer Steuerungseinheit „teilt“ man die eingespeiste Energie in einen positiv und einen negativ geladenen Bereich und verwendet dazu den Holzinhaltstoff in wässriger Lösung als Speichermedium. Wenige Kilogramm Lignin sollen es schaffen, etwa 1 KWh Energie aufzunehmen. Wird Strom gebraucht, kehrt man den Prozess um und gewinnt mit sehr wenig Verlust die eingespeiste Leistung wieder zurück. In einer Versuchsanlage reichen zwei rund 1 000 l fassende Gitterbox-Container (Organic-Flow-Battery) aus, um den Bedarf von rund 40 Haushalten zu decken.

Das Unternehmen weist darauf hin, dass Lignin bislang als billiger Brennstoff bei der Zellulosegewinnung in den Fabriken verbrannt werde. Es stünde daher ausreichend Rohmaterial für Batterien zur Verfügung. Spitzenstrom aus Wind- und Solaranlagen könne man effizient zwischenlagern und bei Bedarf rasch abgeben. Sogar die Versorgung von E-Auto-Ladestationen könne man anbieten. Die Leistung solcher Speicher sei nur durch die Größe der Behälter begrenzt. Über die Lebensdauer der Elektrolyten werden auf der Internetseite oder in Fernsehbeiträgen keine Angaben gemacht. Bis zum Jahr 2021 wolle man in den Verkauf gehen. Schon jetzt weist man auf einen Preissprung nach unten hin, denn diese Technik sei wesentlich günstiger als herkömmliche Batterien.

Anton Friedrich

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