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AGDW – Die Waldeigentümer vertritt als Dachverband für 13 Landesverbände die Interessen der über zwei Millionen privaten und körperschaftlichen Waldbesitzer in Deutschland.

Cluster Forst und Holz muss Pfeiler der Klimastrategie werden

Anlässlich des Treffens der Koalitionsspitzen am 1. Juli in Berlin, bei der die Kohle-Abgabe und andere klima- und energiepolitische Themen auf der Tagesordnung stehen, forderte der Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, Philipp Freiherr zu Guttenberg, die Bundesregierung auf, das Cluster Forst und Holz in den Focus zu nehmen.

„Das Potenzial ist groß, der Rohstoff Holz kann an vielen Stellen Kohle oder Gas ersetzen“, sagte zu Guttenberg. Die Nutzung von Holz könne in Zukunft ausgebaut werden: für den Bausektor, den Energiebereich oder für die Herstellung von Alltagsprodukten. Die Bewirtschaftung des Waldes und die Nutzung des Rohstoffes Holz würden einen starken Beitrag zur Reduktion der Treibhausgasemissionen leisten.
„Wenn die Bundesregierung das 40-Prozent-Ziel im Auge behalten will, sollte sie das Cluster Forst und Holz zu einem Pfeiler ihrer Klimastrategie machen.“
Der Präsident kritisierte die starke Kompromissbereitschaft von Seiten der Bundesregierung gegenüber den Kohlekraftwerksbetreibern. „Sobald in dieser Branche mit Arbeitsplatzverlusten gedroht wird, bremst die Bundesregierung ihr Tempo beim Kohle-Exit ab“, so zu Guttenberg. Er kritisierte die Pläne, bei der Kohle-Abgabe von den ursprünglichen Kohlendioxid-Reduktionszielen abzurücken. „Die Kraftwerksbetreiber, die für einen Großteil der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, dürfen nicht aus der Verantwortung entlassen werden.“
Klimafreundlich von der Baum-Pflanzung bis zum fertigen Holzprodukt 
Die Stilllegung von bewirtschafteten Waldflächen in Deutschland führe ebenfalls zu Arbeitsplatzverlusten, über die in Bund und Ländern hinweg gegangen werde. Zu Guttenberg: „Eine fünfprozentige Stilllegung von Wald bedeutet, dass bis zu 45.000 Beschäftigte in Deutschland auf die Straße geschickt werden.“ Hinzu kämen die Einbußen bei der Reduktion der Treibhausgasemissionen, die das Resultat still gelegter Waldflächen seien. „Ein Wald, der nicht bewirtschaftet wird, sondern sich selbst überlassen bleibt, verfehlt seine Wirkung als Kohlendioxid-Senke.“ Zudem könne das Holz in stillgelegten Flächen nicht mehr für die Holzproduktion genutzt werden.
„Die gesamte Wertschöpfungskette von der Pflanzung und Ernte eines Baumes bis zum fertigen Holzprodukt ist klimafreundlich und gleichzeitig ein stabiler und verlässlicher Wirtschaftsfaktor“, sagte der AGDW-Präsident. Er machte deutlich, dass die Nutzung von Holz für den Hausbau, für die Herstellung von Möbeln oder Alltagsgegenständen in Deutschland einen kräftigen Entwicklungsschub bekommen könnte. Vorbilder in Europa seien Länder wie Schweden, Österreich oder die Schweiz, in denen Produkte aus Holz bereits stark verbreitet sind. „Wer eine konsequente Klimapolitik machen will, muss auf die Stärkung der gesamten Produktionskette im Cluster Forst und Holz setzen“, sagte zu Guttenberg.
AGDW – Die Waldeigentümer

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