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China-Export: Ist Zug Alternative zum Schiff?

Chinas Schienengüterverkehr nach Europa ist während der Coronapandemie stark angestiegen. Aufgrund der höheren Frachtkosten sowie der enormen Holzmengen, welche nach China transportiert werden, sieht Peter Buchleitner, Asienexportleiter Claus Rodenberg Waldkontor, Kastorf, darin aber keine Alternative zum Seetransport.

Die Anzahl der Güterzüge aus China nach Destinationen entlang der Seidenstraße bis nach Europa hat sich in den ersten sieben Monaten auf 6.354 (+41 % im Vergleich zum Vorjahr) erhöht. Im Juli sendete China Railway 1.232 Güterzüge nach Europa, berichtet scmp.com. Das war der größte jemals in einem einzelnen Monat gemessene Wert. 113.000 Container wurden im Juli auf der Schiene transportiert (+73 % im Vergleich zu 2019). Auf einen Zug passen ungefähr 41 Container (40 ft). In den vergangenen fünf Monaten hat sich die Anzahl der Güterzüge in Richtung Europa jeden Monat erhöht.

Die Containerkosten für einen Transport von Zhengzhou nach Hamburg beliefen sich laut der Central South University auf 9.500 US-$ und von Wuhan nach Pardubice (Tschechien) auf 11.000 US-$. Die Fracht war zwischen 11 und 15 Tagen unterwegs. Seefracht ist bedeutend günstiger; es dauert aber 30 bis 40 Tage, bis die Zielhäfen in Europa erreicht werden. Derzeit koste die Seefracht nach China je Container 1.000 US-$, so Buchleitner. Im 1. Halbjahr lagen die Seefrachtpreise aufgrund der Coronapandemie bei bis zu 1.700 US-$.

Schienentransport nach China – (k)eine Alternative?

Aktuell rechnet man in der Branche, dass rund 35 Fm Fichte in einen Container passen. Das sind bei der Seefracht zwischen 29 und 33 US-$/Fm und bei der Zugstrecke Zhengzhou nach Hamburg zwischen 270 und 315 US-$/Fm.

Buchleitner glaubt daher nicht, dass der Schienentransport für Rundholz nach China eine größere Bedeutung bekomme. Bei Schnittholz und veredelten Produkten sind die Chancen möglicherweise besser. „Die chinesische Sägeindustrie sowie die holzverarbeitende Industrie sind großteils in Küstennähe, da die meisten Holzprodukte mithilfe von Schiffen nach China kommen. Mehr als die Hälfte der Holzindustrieunternehmen hat eine gute Hafenanbindung. Die wenigsten Sägewerke haben aber einen Gleisanschluss“, erklärt Buchleitner. Er betont: „Die Menge, welche derzeit nach China transportiert wird, geht niemals komplett auf den Zug. Schienentransporte können, wenn überhaupt, nur als eine Alternative bei Kapazitätsengpässen bezüglich der Schiffsplatzverfügbarkeit eine Rolle spielen.“

Im 1. Halbjahr exportierte allein Deutschland 2 Mio. Fm Nadel-, 175.000 Fm Buchenrundholz sowie 540.000 m³ Schnittholz nach China.

Quelle: holzkurier.com

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