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Nach China importierte Forstprodukte

Anfang 2020 führte die Coronavirus-Pandemie zu einem drastischen Rückgang der nach China importierten Forstprodukte. Im Januar und Februar belief sich der Einfuhrwert von Rundholz, Schnittholz, Zellstoff und Hackschnitzeln auf insgesamt 4,6 Mrd. $. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 750 Mio. $ bzw. 14 %.

Mit einem Minus von 26 und 20 % war der stärkste Rückgang bei Nadelschnittholz (- 190 Mio. $) und Zellstoff (- 300 Mio. $) zu verzeichnen.

Der mengenmäßige Import von Nadelschnittholz nach China liegt im Februar 2020 bei etwa 1,2 Mio. m³, das entspricht dem niedrigsten monatlichen Volumen seit vier Jahren. Die beiden größten Schnittholzlieferanten Russland und Kanada waren weiterhin die Hauptquellen für Schnittholz. Obwohl die aus Russland gelieferten Mengen in den ersten beiden Monaten des Jahres 2020 gegenüber dem Vorjahr um 16 % zurückgingen, stieg ihr Marktanteil von 57 % Anfang 2019 auf 59 % Anfang 2020. Der Anteil Kanadas verringerte sich im gleichen Zeitraum erheblich von 24 % auf 10 %. Eine weitere bemerkenswerte Veränderung in den letzten zwei Jahren stellten verstärkte Lieferungen aus Europa dar, so machte europäisches Schnittholz Anfang 2020 etwa 18 % der Gesamteinfuhren, gegenüber 8 % im Jahr 2018 aus.

Im Januar und Februar 2020 importierte China 5,1 Mio. m³ Nadelrundholz, gegenüber fast 5,7 Mio. m³ im entsprechenden Vorjahreszeitraum (- 160 Mio. $). Grund dafür waren rekordhohe Rundholzbestände (über 7 Mio. m³) in chinesischen Häfen, eine geringere Nachfrage nach Forstprodukten als Folge des Coronavirus und ein Arbeitskräftemangel in Häfen und Holzverarbeitungsanlagen. Alle liefernden Länder reduzierten ihre Lieferungen drastisch, mit Ausnahme von Neuseeland und Mitteleuropa – Lieferungen aus Deutschland legten im Jahresvergleich sogar um 200 % zu. Insgesamt verzeichnete China jedoch im Februar 2020 das niedrigste Importvolumen an Nadelrundholz seit Februar 2016.

Das einzige Hauptprodukt, das von Anfang 2019 bis Anfang 2020 einen Anstieg des Importvolumens verzeichnete, waren Laubholzhackschnitzel mit einem Zuwachs von 11 %. Dies kann auf die höhere Produktion von Hygienepapierprodukten im Januar und Februar zurückgeführt werden, weshalb auch erwartet wird, dass der Sektor im zweiten Quartal weiterhin stark bleibt. Die Lieferungen aus Vietnam und Chile nahmen im Jahresvergleich um etwa 20 % zu, während Australien in den ersten beiden Monaten des Jahres 2020 im Vergleich zum gleichen Zeitraum im Jahr 2019 rund 3 % weniger lieferte.

Das Importvolumen von Zellstoff stieg in den ersten beiden Monaten des Jahres 2020 im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um fast 20 % an, wobei besonders bemerkenswerte Zuwächse bei den Lieferungen aus Indonesien, Kanada, Finnland und Schweden zu verzeichnen waren. Der Wert von importiertem Zellstoff sank jedoch um 308 Mio. $ bzw. 14 % als Folge der wesentlich niedrigeren Preise für Zellstoff Anfang 2020.

HMI/Quelle: WRI

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