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Holzmarkt in der Schweiz

Die Ostschweizer Betriebe schätzen die Auftragslage als gut ein und der abgeschwächte Franken macht sich spürbar. Sämtliches Käfer- und Schadholz, welches in den letzten Wochen und Monaten angefallen ist, konnte laufend übernommen werden. Die reibungslose und schnelle Abfuhr half stark dazu bei, dass eine weitere Verschärfung der Borkenkäfersituation gebannt werden konnte. Viele Betriebe haben ihr gelagertes Rundholz zurückgestellt und frisches Käferholz verarbeitet. Durch dies sind die Lagerbestände bei den Sägewerken teils stark angestiegen.

Frischholz wird zurzeit vorwiegend zu den bestehenden Preisen übernommen. Die Schweizer Holzmarktkommission wird die Lage Mitte Oktober neu beurteilen. Falls der abgeschwächte Franken hält, wird die Forderung der Waldseite für höhere Rundholzpreise mehr als legitimiert. Die Holzmarktkommission hat bereits am 27. Juni einer generellen Erhöhung der Preise um 3 Franken zugestimmt.

Industrieholz

Die Industrieholzwerke sind gut mit Rohstoff versorgt. Bei Kronospan laufen die Übernahmen etwas gedrosselt, aber im Rahmen der Verträge. Beim Schleifholzwerk Perlen Papier sind Schleifholzlieferungen im vertraglichen Rahmen möglich. Im Export laufen die Industrieholz-Sortimente, aber auch hier sind die Mengen an Rahmenverträge gebunden.

Laubholz

Angebot und Nachfrage dürfte sich beim Buchensägeholz ähnlich wie im letzten Jahr abspielen. Die Verarbeiter bitten frühzeitig mit dem Einschlag zu beginnen, aber gleichzeitig ab Februar 2018 nur noch vertraglich gesicherte Mengen zu ernten. Die Preise werden im Bereich des Vorjahres erwartet. Seit Jahren besteht bei der Eiche ein starker Verkäufermarkt. Ein Ende ist nicht abzusehen. Der Preis der Werthölzer wird durch die Submissionen bestimmt. Ob die Markt- und Preisbestimmenden Fußbodensortimente der Eiche preislich gesteigert werden können oder ob Marktanteile an die amerikanische Eiche verloren gehen, wird unterschiedlich gewertet. Für die Esche wird trotz der Kalamität Preisstabilität erwartet.

Schnittholz

Seit dem Frühjahr steigen aufgrund der guten Auftragslage die Schnittholzpreise in ganz Mitteleuropa an. In der Schweiz haben sich die Schnittholzimporte aufgrund der Währung zusätzlich verteuert. Der Produzenten- und Importpreisindex des eidgenössischen Statistikamtes zeigt für die Produktgruppe 16. Holzprodukte, seit April 2017 (101,7 %) erstmals wieder einen deutlichen Anstieg der Preise. Im August wurde dieser Wert stark erhöht und erreicht nun 105,4 %.

Parketthersteller Bauwerk

Der zur Bauwerk Boen Group gehörende Schweizer Parketthersteller Bauwerk will auch in Zukunft einen Großteil seines Sortiments am Hauptsitz in St. Margrethen produzieren. Dies hat das Unternehmen im Rahmen einer Pressekonferenz Mitte August bekräftigt. Zuletzt wurden 67 % des Bauwerk-Sortiments an diesem Standort gefertigt und auch in Zukunft soll diese Größenordung beibehalten werden. Bauwerk verfügt in dem Werk über Anlagentechnik zum Verleimen und Verpressen sowie zur Oberflächenbehandlung, Profilierung und Endkontrolle. Darüber hinaus soll St. Margrethen weiterhin Sitz der Gruppen-Geschäftsleitung und der Forschungs- und Entwicklungsabteilung bleiben. Seit 2016 hat Bauwerk rund 8 Mio CHF am Standort St. Margrethen investiert, wobei ein Großteil davon in die Produktentwicklung geflossen ist.

Holzmarkt Ostschweiz AG

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