Der Europäische Waldbesitzerverband zeigt sich besorgt über die aktuellen Entwicklungen zur EU-Taxonomieverordnung. Die Plattform für nachhaltige Finanzen hat die nachhaltige Waldbewirtschaftung nicht als hilfreich für die Biodiversität erkannt. Dem widersprechen die europäischen Waldbesitzer.
Der Europäische Waldbesitzerverband zeigt sich besorgt über die aktuellen Entwicklungen zur EU-Taxonomieverordnung. Die Plattform für nachhaltige Finanzen hat die nachhaltige Waldbewirtschaftung nicht als hilfreich für die Biodiversität erkannt. Dem widersprechen die europäischen Waldbesitzer.
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CEPF: Nachhaltige Waldbewirtschaftung ist eine grüne Investition!

07. Dezember 2022
Der Europäische Waldbesitzerverband (CEPF) zeigt sich enttäuscht von den finalen Empfehlungen für Biodiversität und Ökosysteme der Plattform für nachhaltige Finanzen, einem Beratungsorgan der EU-Kommission. Die Empfehlungen fließen in die EU-Taxonomieverordnung ein, in der nachhaltige Investitionen definiert werden. Man vertraue darauf, dass die Kommission einen praxisorientierteren Ansatz in Betracht ziehen werde, so der CEPF.

Maria Pohjala, CEPF-Politikberaterin, und eines der Mitglieder, die zur Arbeit der Plattform beigetragen haben, betonte, dass der CEPF die technischen Screening-Kriterien für ‚Forstwirtschaft und Holzeinschlags‘-Aktivitäten für Biodiversität und Ökosysteme nicht unterstützen könne.

Sachmängel in den Empfehlungen

Grund dafür seien drei Mängel in den Empfehlungen: Die willkürlich gewählten Waldbewirtschaftungskategorien, die nicht umsetzbaren Schwellenwerte für Biodiversitätsmaßnahmen und nicht zuletzt die unvollständige wissenschaftliche Grundlage.

Erstens stellen die Kriterien in ihrer jetzigen Form nach Ansicht des CEPF Waldbewirtschaftungskategorien dar, die aufgrund nicht umsetzbarer Konzepte, Definitionen und Kriterien im Widerspruch zu den bestehenden Waldbewirtschaftungspraktiken stehen. Darüber hinaus gebe es eine unzureichende Berücksichtigung relevanter lokaler Umstände, was die Erfolgsrate tatsächlicher Maßnahmen zum Schutz der Biodiversität und des Ökosystems beeinträchtigen könnte.

Zweitens seien die Schwellenwerte für Biodiversitätsmaßnahmen in ihrer jetzigen Form auf Managementebene nicht umsetzbar und führen zu erheblicher und unnötiger Komplexität für Waldbesitzer, die die Kriterien befolgen möchten.

Und schließlich sei die als Grundlage für die Kriterien verwendete wissenschaftliche Literatur nicht umfassend und nicht einvernehmlich. Eine vollständige Analyse der vorhandenen Literatur fehle, was von den Wissenschaftlern, die die Kriterien überprüft haben, angesprochen worden sei.

Vorwurf: Einseitige wissenschaftliche Evidenz

Darüber hinaus legen die Kriterien Schwellenwerte fest, die Bestimmungen der nationalen Forstgesetzgebung nicht berücksichtigen, was eine erfolgreiche Umsetzung nicht unterstützt.

Europäische Privatwaldbesitzer sind besorgt darüber, dass die Basishypothese der Kriterien davon ausgeht, dass eine nachhaltige, multifunktionale Waldbewirtschaftung in den meisten Fällen keinen wesentlichen Beitrag zur Biodiversität leistet.

Die Stimme der europäischen Waldbesitzer sei während des Prozesses nicht ausreichend gehört worden, sagt Pohjala. Obwohl die öffentliche Konsultation wertvolle Kommentare über die einseitige wissenschaftliche Evidenz bei der Erstellung der Kriterien sowie die Anwendbarkeit der Kriterien geliefert habe, hätten diese Kommentare nur geringfügige Änderungen in den finalen Empfehlungen zur Folge gehabt.

Sollte die Empfehlungen der Plattform also unverändert in die Taxonomieverordnung einfließen, wäre die große Mehrheit der europäischen Waldbesitzer nicht in der Lage, die Kriterien zu erfüllen und Zugang zu einer möglichen taxonomiekonformen Finanzierung zu erhalten, befürchtet der CEPF.

Dies könnte Waldbesitzer daran hindern, ihre Wälder langfristig zu bewirtschaften und zu pflegen, und damit sie gleichzeitig einen aktiven und substanziellen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität zu leisten.

Praxisorientierter Ansatz

Darüber hinaus würde dies dem Ziel der Dekarbonisierung der europäischen Gesellschaft und dem erforderlichen Beitrag, den die forstbasierte Wertschöpfungskette leisten kann, völlig zuwiderlaufen.

Da der CEPF die angenommenen Kriterien für Forstwirtschaft und Holzeinschlag nicht unterstützen konnte, wurde ein praxisorientierterer und umsetzbarerer Ansatz entwickelt. Der Rahmen für diesen lokal geeigneten alternativen Ansatz zur Verbesserung der Biodiversität ist in Anhang 1 der endgültigen Empfehlung der Plattform für nachhaltige Finanzen beschrieben.

Quelle: CEPF