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BSHD: Landespolitik sollte „Klausner-Verträge“ künftig unterbinden

BSHD: Landespolitik sollte „Klausner-Verträge“ künftig unterbinden

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johannes Singhammer MdB, besuchte anlässlich eines Gesprächstermins mit dem Vorstand des Bundesverbandes Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) das Werk von Ilim Timber Bavaria in Landsberg am Lech. Dabei stand auch das Thema „derzeitige und zukünftige Nadelrundholzversorgung im süddeutschen Raum“ auf der Agenda.

Von Seiten des BSHD nahmen Steffen Rathke (Vorstandsmitglied), Dr. Klaus Böltz (Klenk Holz AG) sowie Carsten Doehring (Ilim Timber) teil. Singhammer ist in seiner Funktion als stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Bundestag unter anderem für das Thema Landwirtschaft und Forsten zuständig. Im Rahmen einer Werksbesichtigung verschaffte sich Singhammer vom Rundholzplatz über Sägehalle und Weiterverarbeitung bis hin zum fertigen Produkt einen Überblick über das moderne Sägewerk der Ilim-Gruppe. 
Branchenspezifische Themen in der Diskussion
Im Mittelpunkt standen die Themen Rohstoffsicherung, Zertifizierung sowie die Zukunft des Holzmarketings. Singhammer begrüßte es in diesem Zusammenhang, dass mit dem BSHD und der Verbandsgeschäftsstelle in Berlin Fachkompetenz für die Politik zur Verfügung stehe. Er wolle mithelfen, dem BSHD für Branchen relevante Themen die richtigen Ansprechpartner in den jeweiligen politischen Gremien zu vermitteln.
Das Thema „derzeitige und zukünftige Nadelrundholzversorgung im süddeutschen Raum“ nahmen Rathke und Böltz zum Anlass, um auch deutlich Stellung zu den „Klausner-Verträgen“ mit den Bayerischen Staatsforsten zu beziehen: „Wir können weder dem Unternehmen Klausner einen Vorwurf machen, einen solchen Vertrag verhandelt und abgeschlossen zu haben, noch der Ilim-Gruppe, die den Vertrag im Rahmen der Übernahme mit erworben hat. Aber wir sehen sehr wohl die politischen Entscheidungsträger in Bayern in der Verantwortung, die solche Verträge zugelassen haben, die jetzt, einige Jahre später, die Betriebe in Süddeutschland vor erhebliche und existenzielle Probleme stellen und Arbeitsplätze gefährden. Daher fordern wir die Landespolitik auf, solche gravierenden Wettbewerbsverzerrungen zu unterbinden. Gleichwohl sieht es der BSHD weiterhin nicht als Aufgabe eines Branchenverbandes an, aktiv ein juristisches Verfahren gegen ein Branchenmitglied in Gang zu setzen. Eine solche Vorgehensweise war schon in der Vergangenheit nicht erfolgreich – und hat zu einer tiefen Spaltung der Branche geführt. Heute brauchen wir aber mehr denn je eine starke und gemeinschaftliche Interessenvertretung unsere Branche auf überbetrieblicher Ebene. Daher begrüßen wir ausdrücklich die Mitgliedschaft der Ilim-Gruppe im BSHD.“
Der BSHD sieht es als seine zentrale Aufgabe an, politische Entscheidungsträger fundierte, aber neutrale und sachliche Informationen an die Hand zu geben, die dazu beitragen sollen, Fördermittel und Beihilfen zukünftig gezielt und nutzbringend im Sinne des Clusters Forst & Holz einzusetzen, ohne dabei den fairen Wettbewerb zu gefährden. Dazu wird aktuell ein entsprechendes Papier erarbeitet und in Terminen und Gesprächen mit Wirtschaftspolitik und Ministerien auf Bundes- und Landesebene vorgestellt. Das Papier soll dann eine fundierte Grundlage für zukünftige Förderentscheidung sein.
 
BSHD

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