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Carving – wie funktioniert Schnitzen mit der Motorsäge?

Das Schnitzen mit der Motorsäge – sogenanntes Carving – hat sich zu einem beliebten Hobby entwickelt. Die speziellen Carving-Schneidgarnituren sind vibrations- und rückschlagsarm und mit der typischen kleinen Schienenspitze lassen sich filigrane Konturen und schwierige Schnitte sehr präzise ausführen. So lässt sich Holz nicht nur zerteilen, sondern in kunstvolle Objekte verwandeln. Was hierfür benötigt wird und wie diese Schnitzkunst funktioniert erklärt die folgende Schritt-für-Schritt-Anleitung.

1. Bevor es losgeht

Beim Arbeiten mit der Motorsäge muss vorher die entsprechende Schutzausstattung, bestehend aus einer Schutzbrille oder einem Gesichtsschutz, bereit liegen. Beim Arbeiten mit Benzin-Motorsägen gehört auch ein Schallschutz dazu. Beim Einsatz einer Akku-Motorsäge kann auf den Gehörschutz meist verzichtet werden. Auch die Hände und die Beine benötigen einen guten Schutz: Immer Arbeitshandschuhe und eine Hose mit Schnittschutz sowie Schnürstiefel mit Schnittschutzeinlagen tragen.

2. Benötigtes Material und erforderliche Ausrüstung

Für einen ordentlichen Kürbis benötigt man einen Baumstammabschnitt mit einem Durchmesser von etwa 35 bis 40 Zentimetern und einer Höhe von etwa 55 bis 60 oder mehr Zentimetern. Die Abmessungen sind frei zu wählen. Es gilt jedoch zu bedenken, Baumabschnitte zu nutzen, die noch gut zu tragen und zu bewegen sind. Wer im Umgang mit einer Motor  oder Carvingsäge noch nicht so geübt ist, sollte eine nicht zu harte Holzart verwenden, um schnell ein gutes Ergebnis zu erzeugen. Weiches Nadelholz mit wenig Harzanteilen ist ein besonders guter Werkstoff. Zusätzlich benötigen Sie noch etwas Farbe sowie einen Pinsel, die persönliche Schutzausausstattung und selbstverständlich eine Motorsäge mit Carving-Schneidgarnitur, wie beispielsweise die Akkusäge MSA 140 C von STIHL.

 

Schritt für Schritt

Im ersten Schritt markieren Sie mit kleinen Einkerbungen die Proportionen auf dem Baumabschnitt. Die erste Markierung ist für die Oberkante des Kürbis‘, die zweite markiert die Höhe der Nase und die untere Markierung zeigt die Unterkante bzw. die Oberkante des Unterbaus (Sockel) an.

Nun geht es an die Sägearbeiten, die allesamt behutsam ausgeführt werden müssen. Schließlich wäre es schade, den schönen Baumabschnitt durch einen übereilten Schnitt zu beschädigen. Der erste Schnitt: Für die Ausgestaltung des Stängels wird ringsherum auf Höhe der ersten Markierung ein entsprechend tiefer Schnitt ausgeführt.

Um den Stängel herum, der jetzt noch im Verborgenen liegt, wird das Material Stück für Stück abgetragen. Besonders schön wirkt der Kürbis, wenn der Stängel leicht geneigt ist und sich dezentral auf dem Kürbis befindet. Dies ist schon bei den ersten Sägearbeiten zu berücksichtigen. Um den Stängelansatz herum wird mit der Spitze der Carving-Schiene eine kleine Vertiefung herausgearbeitet. Alle Sägearbeiten mit der Spitze der Carving-Schiene sollten vorsichtig und langsam ausgeführt werden. Anschließend wird der Korpus rundherum abgeschrägt beziehungsweise abgerundet.

Für die untere, später anzufertigende Rundung über dem Sockel wird zunächst eine Markierung ringsherum ausgeführt. Bereits im nächsten Schritt geht es an die Konturen der Kürbisform, nämlich an die vertikalen Vertiefungen.

Augen und Nase mit Bedacht im Stechschnitt ausführen. Werden die Schnitte schräg zum Inneren des Stammes ausgeführt, fallen die Abschnitte von selbst heraus. Anderenfalls passiert dies erst dann, wenn der Kürbis „entkernt“ wird. Danach vorsichtig den Mund und die Zähne markieren und anschließend einsägen.

Nun werden die Flächen bereinigt. Mit flach angesetzter Motorsägenschiene wird sanft das dunkle Holz abgeraspelt. Jetzt werden die untere Rundung angefertigt und rundherum die Konturen freigesägt. Mit der Carving-Schiene lassen sich selbst feine Formen perfekt ausführen und nacharbeiten.

Ist der Kürbis in seiner Form vollendet, wird der Deckel abgetrennt, um den Kürbiskopf aushöhlen zu können. Mit vorsichtig gesetzten Stechschnitten wird anschließend ein Innenkreis eingesägt. Bei dieser Arbeitstechnik besteht erhöhte Rückschlaggefahr. Unbedingt die Sicherheitshinweise in der Betriebsanleitung der Motorsäge beachten und die Technik nur anwenden, wenn Sie damit vertraut sind.

Damit sich der Innenbereich leichter herauslösen lässt, wird dieser noch in Segmente geteilt. Von der Rückseite aus ist nochmals ein Stechschnitt auszuführen, der den herauszulösenden Innenbereich komplett freischneidet.

Nun können die einzelnen Segmente entnommen werden. Damit sind die Sägearbeiten abgeschlossen und der Kürbis samt Deckel ist fertig. Zum Schluss freut sich der Kürbis über einen wetterfesten Farbanstrich.

Quelle Text und Bilder: STIHL

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