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Holzmarkt in Bayern

Das StMELF Bayern fasst im Bericht für das dritte Quartal 2017 Entwicklungen am Holzmarkt zusammen.

Der Geschäftsklimaindex für das Holzgewerbe ist auch im vergangenen Quartal gestiegen und damit weiterhin auf einem sehr hohen Niveau. Im Bauhauptgewerbe war zu Beginn des Quartals saisonbedingt ein leichter Rückgang an Auftragseingängen zu verspüren, was sich aber bis zum September wieder relativierte und den Index auf einen neuen Rekordwert verbesserte.

Bei den Nadelholz verarbeitenden Betrieben kam es im Verlauf des dritten Quartals 2017 zu erneuten Preiserhöhungen in den wichtigsten Haupt- und Seitenwarensortimenten. Dieser kontinuierliche Aufwärtstrend setzt sich bereits seit Beginn des Jahres 2016 fort und beträgt inzwischen eine Steigerung im zweistelligen Prozentbereich.

Die Versorgungslage war aufgrund der kalamitätsbedingten hohen Bereitstellung von Rundholz mehr als ausreichend. In Regionen mit erhöhtem Käfer- und Sturmholzaufkommen war zum Ende des Quartals eine rege Nachfrage nach Frischholz zu verspüren.

Die Situation der Laubholzsäger war im dritten Quartal ebenfalls sehr positiv zu bewerten. Das steigende Interesse an Buchenschnittholz im asiatischen Raum und eine hohe Nachfrage nach Buchen-Verpackungsschnittholz sorgte für entsprechend gute Absatzmöglichkeiten.

Die anhaltende Borkenkäferproblematik und das am 18. August wütende Orkantief „Kolle“ bestimmten regional das forstwirtschaftliche Handeln im dritten Quartal 2017. Die Situation beim Käferholzaufkommen war bayernweit sehr unterschiedlich. Während im nördlichen und westlichen Bayern kaum nennenswerte Mengen anfielen, waren die Regionen im Jura, Teile der Oberpfalz, Süd-Ostbayern und der Süden von München besonders stark betroffen.

Die warme und trockene Witterung des vorherigen Quartals begünstigte die Entwicklung von Buchdrucker und Kupferstecher, was bereits Anfang August zur Anlage einer dritten Käfergeneration führte. Zum erhöhten Käferholzanfall verursachte „Kolle“ zur Mitte des Quartals vor allem in den Landkreisen Passau und Freyung-Grafenau teilweise verheerende Schäden und sorgte für ein zusätzliches Holzaufkommen von über 2 Mio. Fm. Um die angespannte Marktsituation nicht zusätzlich zu belasten, verhängten die Bayerischen Staatsforsten einen vorläufigen bayernweiten Frischholzeinschlagstopp beim Nadelholz. Auch der Privat- und Kommunalwald hält sich vielerorts mit Frischholzeinschlägen zurück oder verschiebt diese auf spätere Zeitpunkte. Außerdem wurden erhebliche Mengen an frischem Käferholz und teilweise auch Sturmholz in bestehende Nass- und Trockenlager transportiert, um diese Mengen sukzessive in den Rundholzmarkt einfließen zu lassen.

Die Situation auf den bayerischen Nadelstammholzmärkten war in den letzten Monaten äußerst differenziert. Die angefallenen Käfer- und Sturmholzmengen haben sich nur regional auf den Preis der Fichte ausgewirkt. Das erhöhte Angebot in den betroffenen Regionen hat aber insbesondere für vertraglich nicht gebundene Mehrmengen zu deutlichen Preisverlusten geführt. So wurde im Privatwald in Teilen Süd- und Ostbayerns für das Leitsortiment Fichte FL BC in der Stärkeklasse 2b nur noch zwischen 75 und 85 €/Fm frei Waldstraße ausbezahlt. In den restlichen Regionen Bayerns wurde für Fichtenabschnitte (FL BC, 2b) zwischen 80 und 93 €/Fm frei Wald angelegt. Stammholz (ST 2b) in der Qualitätsklasse B wurde zwischen 85 und 96 €/Fm gehandelt, bei einem C-Holzabschlag von 10 €/Fm. Die Abschläge für Käferholz haben sich im Vergleich zum letzten Quartal teilweise erhöht. Im Mittel lagen sie zwischen 15 und 20 €/Fm, wobei einzelne Abnehmer für schlechte Käferqualitäten für Mehrmengen Abschläge von bis zu 25 €/Fm erhoben. Die Stärkeklassenabschläge für geringere Dimensionen lagen zwischen 8 und 12 €/Fm. Einige Abnehmer waren bestrebt, Abschläge für Dimensionen bereits ab der 4. Stärkeklasse aufwärts durchzusetzen. Die Preise für D-Holz standen regional unter Druck.

Die Nachfrage nach Kieferrundholz war aufgrund des Überangebots von Fichte eher verhalten. Die Auszahlungspreise für Kiefer (FL BC, 2b) lagen zwischen 70 und 78 €/Fm. Für Kieferstammholz zeigt sich aber regional eine stabile Nachfrage.

Vielerorts kam es noch zu keinen nennenswerten Abschlüssen für die kommende Laubholzsaison. Die noch im vergangenen Jahr von einigen Abnehmern ausgerufenen Frühlieferprämien für Lieferungen im August von bis zu 20 €/Fm waren zum Beginn der Laubholzsaison 2017 deutlich zurückgegangen.

Die Nachfrage nach Buchenstammholz (B 4+) war rege, was sich in Preisen zwischen 100 und 125 €/Fm widerspiegelte. C-Qualitäten in der gleichen Stärkeklasse erzielten zwischen 65 und 80 €/Fm. Beim Eichenstammholz herrschte nach wie vor ein starker Verkäufermarkt. Die Preise konnten gegenüber den Vorjahren in fast allen Sortimenten leicht nach oben korrigiert werden. Für Eiche LB 4 bis 6 wurden teilweise bis knapp 400 €/Fm (vereinzelt 450 €/Fm) und für C-Qualitäten zwischen 125 und 150 €/Fm bezahlt.

Die Industrieholzmärkte standen weiterhin sehr stark unter Druck. Im bayerischen Privatwald war für Schleifholz (IS N) weiterhin der langfristig vereinbarte Auszahlungspreis von 32,50 €/Rm gültig. FK-Qualitäten erzielten wie im vergangenen Quartal im Mittel nur noch knapp über 20 €/Rm. Für Buchenindustrieholz wurden Preise zwischen 38 und 43 €/Fm frei Waldstraße bezahlt.

StMELF Bayern

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