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BWB 2007: Das mussten Teilnehmer der Kategorie Forstwirtschaft wissen, Teil 3

Beim Berufswettbewerb 2007 mussten die Teilnehmenden der Kategorie Forstwirtschaft auch ihr praktisches und handwerkliches Geschick, zum Beispiel beim Bäume fällen oder beim Bau eines Fledermauskastens, unter Beweis stellen.

Im praktischen Teil konnten maximal 55 Punkte erreicht werden. Bei jeder einzelnen Aufgabe sind durch Punktabzüge weniger als 0 Punkte nicht möglich. Die Ausbildungsbetriebe sollten die Auszubildenden für den fachpraktischen Teil im Zuge des normalen Ausbildungsganges vorbereiten.

Regelwerk für den fachpraktischen Aufgabenteil:

Die Wettbewerbssäge wird vom Teilnehmer mitgebracht. Die Motorsäge muß FPA oder GS anerkannt sein. Die Sicherheitseinrichtungen müssen funktionsfähig sein. Die Richter überprüfen die Säge. Die übrigen Geräte und Materialien werden zur Verfügung gestellt. Der Teilnehmer hat seine persönliche Schutzausrüstung zu tragen, ansonsten erfolgt keine Starterlaubnis.

Für den Bereich der Arbeitssicherheit gelten folgende Regeln: 

1. Arbeiten ohne Benutzen der persönlichen Schutzausrüstung incl. Verbandspäckchen (Sonderregelung bei Aufgabe 2, 3 und 4 beachten): 2 Punkte Abzug
2. Fehlerhaftes Starten der Motorsäge: 2 Punkte Abzug 
3. Gehen mit laufender Motorsägenkette (Kettenbremse einlegen oder Kette auslaufen lassen): 2 Punkte Abzug
4. Daumen nicht unter dem vorderen Griffrohr beim Schneiden mit der Motorsäge: 1 Punkt Abzug

1. Aufgabe: Schwachholzfällung; erreichbare Punkte: 15
Ein gerade gewachsenes 4,50 m langes Nadel-Schaftstück von 20 cm bis 22 cm Durchmesser mit Rinde (gemessen 1 m vom stärkeren Ende) wird senkrecht aufgestellt (z.B. in ein Rohr bodeneben eingelassen, das Schaftstück kann ggf. mehrfach verwendet werden). In einer Entfernung von 3,50 m wird ein Zielbereich von 20 cm gekennzeichnet. In der Mitte des Zielbereiches befindet sich ein Luftballon (Zielpunkt / Luftballon nicht zwischen zwei Pfosten einklemmen sondern freiliegend mittels Drahtöse, Zelthering oder ähnlichem befestigen). Der Bereich um das Ziel wird mit Sand aufgefüllt (ca. 20 cm starke Sandauflage, damit der Stamm an der Auftreffstelle liegen bleibt). Die Start- bzw. Ziellinie ist 1m hinter dem Schaftstück anzulegen.

Ablauf der Aufgabe: Der Teilnehmer soll:
1. Einen Fallkerb in Richtung des Zieles anlegen mit folgenden Maßen: Fallkerbtiefe: 4 – 5 cm, gemessen o. Rinde in der Mitte des Fallkerbs Fallkerbdachwinkel: 45° bis 90°

2. Einen versetzten Fällschnitt führen und das Schaftstück mit dem Fällheber umhebeln. Die Tiefe des ersten Trennschnittes muss zwischen 13 cm und 17 cm des Durchmessers liegen. Folgender Ablauf ist einzuhalten: Motorsäge starten und warmlaufen lassen, Motorsäge an der Startlinie hinstellen, Nach dem Startzeichen Motorsäge aufnehmen und Fallkerbanlage durchführen, Achtung rufen, Erster Trennschnitt, Fällheber einsetzen, Zweiter Trennschnitt (versetzt), Umhebeln des Schaftstückes, in die Rückweiche bzw. Ziellinie treten. Die Zeitmessung endet, wenn das Schaftstück aufgeschlagen ist.

2. Aufgabe: Entastung; erreichbare Punkte: 10

Ein 5 m langes Nadelschaftstück möglichst gerade und beulenfrei, 15 – 20 cm Durchmesser, wird auf ca. 50 cm Höhe vorn und hinten befestigt. Im mittleren Bereich (Abstand zur Befestigung je 50 cm) werden ähnlich eines gewachsenen Baumes 30 Löcher im oberen Drittel in den Stamm gebohrt (Durchmesser ca. 3 cm) und künstliche Äste (15- 30 cm Länge, gemessen vom Stammmantel) mit dem selben Durchmesser eingeschlagen. Dabei ist es wichtig, dass die Kunstäste fest sitzen. Die Start- bzw. Ziellinie ist 50 cm vor bzw. hinter dem ersten bzw. letzten Astquirl. Der Teilnehmer soll alle Äste rindeneben entfernen, ohne die Rinde großflächig zu verletzen.

Ablauf der Aufgabe: Motorsäge starten und warmlaufen lassen Motorsäge vor der Startlinie auf dem Schaftstück abstützen Nach dem Startzeichen die Äste rindeneben abtrennen. Die Zeitnahme endet, wenn sich die Motorsäge hinter der markierten Ziellinie befindet.

3. Aufgabe: Pflanzen von Bäumen; erreichbare Punkte: 10

Auf einer Strecke von 15 m werden 10 Bäume mit einer Wurzellänge von 20 – 25 cm in einem passenden Pflanzverfahren der eigenen Wahl gesetzt. Die Pflanzreihe ist mit Fluchtstäben abgesteckt. Verschiedene Pflanzgeräte (mindestens 5, nicht jedes Pflanzgerät muss geeignet sein) sowie Transportsack bzw. -kiste stehen zur Verfügung. Der Wurzelschnitt, soweit notwendig, ist bereits durchgeführt. Ablauf der Aufgabe: Der Teilnehmer wählt durch Ausprobieren verschiedener Pflanzgeräte das geeignete Werkzeug aus, nimmt anschließend 10 Pflanzen in den Transportbehälter auf und begibt sich zur Startlinie. Auf das Startzeichen hin (Zeitmessung beginnt) setzt er die 10 Pflanzen in möglichst gerader Linie im durchschnittlichen Abstand von 1,50 m. Dabei ist auf die richtige Pflanztechnik entsprechend dem Pflanzgerät zu achten. Je nach Bodenverhältnissen kann der Abstand in der Reihe bis zu 25 cm, aus der Reihe bis 10 cm abweichen. Die Pflanzen sollen möglichst gerade stehen. Die Zeitmessung endet, wenn die letzte Pflanze gesetzt ist.

4. Aufgabe: Anfertigen eines Fledermauskastens; erreichbare Punkte: 10

Anhand eines Bauplanes (PDF) wird ein Fledermauskasten angefertigt. Da Fledermäuse sehr zugempfindlich sind, müssen Fugen und Ritzen vermieden werden. Eine Auswahl an 20 mm starken sägerauen Brettern in den erforderlichen Breiten liegen bereit. Folgende Werkzeuge werden zur Verfügung gestellt: 1 Werktisch mit Schraubstock, 1 Meterstab, 1 Bleistift, 1 Spannsäge/Fuchsschwanz, 1 Bügelsäge, 1 Akkuschrauber, 1 Akkubohrer mit 2,5 mm Holzbohrer, 1 Holzraspel, 1 Winkel, 1 Schraubzwinge, 1 Stechbeitel, 1 Hammer , Schrauben 3 x 40 Spax (mit nicht durchgehendem Gewinde).

Ablauf der Aufgabe: Anzeichnen der erforderlichen Trennlinien lt. Bauplan, Führen der Trennschnitte an den so bezeichneten Stellen, ggf. nacharbeiten der Schnittflächen, Ausarbeiten der Aussparung am Dachbrett für die Aufhängeleiste, Aufrauhen der Innenseiten von Vorder- und Rückwand (siehe Abb.), eventuell vorbohren, Zusammenbauen des Kastens, Anbringen der Aufhängeleiste

5. Aufgabe: Bestimmen von Schadbildern, Holzarten, Bäumen, Sträuchern und geschützten Pflanzen; erreichbare Punkte: 10

Es werden je Kategorie 4 Anschauungsstücke ausgelegt.

Hinweis für Veranstalter: Wenn möglich an „lebenden Objekten“ (Park, Waldrand usw..) durchführen.

Ablauf der Aufgabe: Der Teilnehmer trägt die Namen der Anschauungsstücke/ausgewählten Objekte in den Antwortbogen ein.

Hier können Sie die Fragen der Kategorie Forstwirtschaft aus dem Jahr 2005 im PDF-Format anschauen. (pd)

 

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BWB 2009: Video: Nach dem Studium Oberförster werden

agrarheute.com

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