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Abschlussdiskussion beim Forum Datenhoheit (v. l.): Jürgen Kumm, Vera Butterweck-Kruse, Johannes Röhl und Moderatorin Monika Runkel

Wem gehören die Harvesterdaten?

Die KWF-Thementage in Bandenburg warteteten im September 2017 mit einem großen Angebot an Diskussionsforen auf. Eines beschäftigte sich mit dem Thema „Datenschutz – Datenhoheit“, das auch für Forstunternehmer interessant war. Die Forstunternehmerin Vera Butterweck-Kruse brachte nämlich ein Thema zur Sprache, über das viele ihrer Kollegen wahrscheinlich noch gar nicht nachgedacht haben. Sie fragte in ihrem Vortrag, ob die Bereitstellung der Harvesterdaten an den Auftraggeber eine neue Dienstleistung sein könnte. Nach einer gründlichen, teils juristischen Analyse kommt sie am Ende genau zu diesem Schluss.

Ein Grund dafür ist aus ihrer Sicht die Tatsache, dass die Harvesterdaten dem Betreiber der Maschine gehören. Er erfasst mit seiner Technik die Daten und kann daher auch nach Belieben mit ihnen verfahren. „Die Datenerfassung und -übermittlung muss also genauso bezahlt werden wie das bei der Holzernte und Holzbringung üblich ist. Leider ist das in der Realität aber ebenso wenig der Fall wie beim Bodenschutz oder bei der Farbmarkierung.“ Auch die zwei letzteren Tätigkeiten erbringen die Unternehmern heute vielfach unentgeltlich. Die Firma Butterweck erlebt es immer wieder, dass Auftraggeber Zusatzleistungen wie die Herausgabe der Messprotokolle vertraglich einpreisen. Werden diese nicht geliefert, sehen die Verträge niedrigere Aufarbeitungssätze vor.

Die Vermessung kostet Geld

Gerechtfertigt ist das aus Sicht von Butterweck-Kruse schon aus Kostengründen nicht. Ihren Berechnungen zufolge schlagen zum Beispiel bei der Vermessung der Bordcomputer, das regelmäßige Kalibrieren, der Verwaltungsaufwand im Büro usw. mit 1 bis 2 €/Fm zu Buche. Dass es auch anders geht, zeigt die fotooptische Vermessung. Mit Dralle kostet die Vermessung inklusive Gerätegebühr etwa 0,65 €/Fm, bei Fovea entstehen Kosten bis zu 1.500 € jährlich. Dass dies bei den Forstunternehmern nicht möglich sei, liege auch an der Uneinigkeit in der Branche.

Harvesterdaten in Wert setzen

Das Fazit von Vera Butterweck-Kruse lautete daher:

  • Die Erzeugung, Speicherung und Weitergabe digitaler Daten muss in Wert gesetzt werden.
  • Sie muss als entgeltliche Tätigkeit anerkannt werden, die von Dritten erworben werden muss!
  • Die Einpreisung der Vermessung bei der Auftragsvergabe für Holzernte und Holzbringung sollte nicht mehr geduldet werden: extra Dienstleistungen müssen extra vergütet werden.

Oliver Gabriel

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