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Bundesweiter Abstimmungskurs zur Waldzustandserhebung

Bundesweiter Abstimmungskurs zur Waldzustandserhebung

Um von gleichen Einschätzungs- und Beurteilungskriterien in den einzelnen Bundesländern ausgehen zu können, treffen sich jährlich die Inventurleiter aller Bundesländer zu einem gemeinsamen Abstimmungskurs. Zum zweiten Mal seit Beginn der Waldzustandserhebungen findet dieser Abstimmungskurs in diesem Jahr im Saarland statt. Am 8. und 9. Juni 2011 werden in den Wäldern zwischen Homburg und St. Wendel vor allem die Hauptbaumarten Buche, Eiche, Fichte, Kiefer und Esche begutachtet. Inhalt des Lehrganges ist eine gemeinschaftliche Beurteilung von je 5 Probebäumen der vor genannten Baumarten und im Anschluss daran ein Parcours, bei dem jedes Bundesland bei weiteren 20 Bäumen jeweils eigene Einstufungen des Kronenzustandes abgibt. Abschließend werden die Einstufungen verglichen und stärkere Abweichungen gemeinsam noch einmal diskutiert. Daraus ergibt sich dann die gemeinsame gewogene Beurteilungsweise aller beteiligten Inventurleiter.
Waldzustandserhebungen in Deutschland und Europa
Zu Beginn der 1980er Jahre erregte ein sich dramatisch verschlechternder Kronenzustand der Waldbäume europaweit Aufsehen und Besorgnis. Dies führte in den 1980er Jahren zur Einrichtung Projektes zur Beobachtung unserer Wälder (ICP-Forests). Ziel des Projekts ist die Etablierung eines europäischen harmonisierten, forstlichen Umweltmonitoring-Systems mit verbesserter Methodenstandardisierung und Effektivität, das politikrelevante Informationen über den Zustand der europäischen Wälder liefern soll. Basierend auf Dauerbeobachtungsflächen werden kontinuierlich transnational abgestimmte Waldzustandsdaten für einen Großteil der Europäischen Länder liefert.
Dieses Monitoring umfasst zwei Intensitätsstufen: Die erste Stufe „Level I“ umfasst 6.000 systematisch ausgewählte Flächen in 38 europäischen Partnerländern, die umfassendere Stufe 2, das so genannte „Level II“, basiert auf 800 Flächen und spiegelt die wichtigsten Waldtypen von 29 teilnehmenden Ländern wider. Das Netz von Untersuchungsflächen spannt sich insgesamt über 200 Millionen Hektar Wald und ist damit eines der umfangreichsten Waldmonitoring-Programme der Welt.
Die kontinuierliche Erfassung des Waldzustandes in „Level I“ geschieht anhand des Nadel- und Blattverlustes und gibt Hinweise zur Reaktion der Waldökosysteme auf Umweltveränderungen. Die Beurteilung des Kronenzustandes ist ein einfaches und leicht nachvollziehbares Schätzverfahren. Im Saarland gibt es dafür 96 Stichprobenpunkte im 2 x 4-km-Raster mit jeweils 24 zufällig ausgewählten ständigen Einzelbäumen, insgesamt also 2304 Probebäume. Blatt-/ Nadelverluste werden in 5 %-Stufen erfasst und in 5 Schadstufen eingeordnet (von Stufe 0 = ohne Blatt-/Nadelverlust bis Stufe 5 = abgestorben). Zusätzlich werden Vergilbung, Blüten, bzw. Fruchtansätze und abiotische und biotische Schäden (z.B. Insektenfraß) erfasst.
Saarforst

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