ForstBranche

Bundeswaldprämie auch für Kommunen

Bearbeitet von Rainer Soppa

Das Bundeswaldministerium unterstützt auch Städte und Gemeinden im ganzen Bundesgebiet mit der Bundeswaldprämie. Am 5. Juli hat der Parlamentarische Staatssekretär bei der Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Hans-Joachim Fuchtel, an sechs Kommunen in Baden-Württemberg für insgesamt 4.205 ha Wald Bewilligungsbescheide in Höhe von 398.100 € übergeben.

Die deutschen Wälder sind im Dauerstress – auch in Baden-Württemberg. Die vergangenen drei Trockenjahre und Borkenkäfer haben fast allen Baumarten schwer zugesetzt. Das traurige Resultat: Schadflächen, wo einst stolze Bäume standen. Diese zu räumen und zu standortangepassten und klimaresilienten Mischwäldern umzubauen, ist ein großer Kostenfaktor – für die privaten Waldeigentümer, aber auch für zahlreiche Kommunen, die Waldflächen besitzen.

Deshalb hat die Bundeswaldministerin Julia Klöckner die so genannte Bundeswaldprämie entwickelt. Wenn die Waldflächen eine Nachhaltigkeitszertifizierung haben, wird für jeden Hektar eine Prämie gezahlt. Weitere Voraussetzung ist, dass diese Zertifizierung mindestens zehn Jahre gehalten wird.

Hans-Joachim Fuchtel: „Die Lage in unseren Wäldern ist dramatisch. Die kommunalen und privaten Waldbesitzer unterstützen wir deshalb mit dem größten Umbauprogramm der Geschichte. Ein Kernstück dabei ist unsere Bundeswaldprämie, mit der wir unbürokratisch und schnell helfen. Bundesweit schreibt sie eine Erfolgsgeschichte und führt zu einem Nachhaltigkeitsschub. Denn klare Bedingung für den Erhalt ist der Nachweis einer forstlichen Zertifizierung, die über den gesetzlichen Standard hinausgeht. Dass das ein starker Anreiz ist, zeigt sich auch hier: Alle sechs waldbesitzenden Kommunen, die die Prämie erhalten, haben in diesem Jahr ihre Wälder neu zertifizieren lassen oder ihr Zertifikat erneuert. Ich freue mich sehr, die Bescheide überreichen zu können. Gleichzeitig möchte ich ‚Danke‘ sagen für das große Engagement: Ohne die Waldeigentümer und Forstleute – privat wie kommunal – werden wir die Schäden nicht beseitigen und die Wälder nicht an den Klimawandel anpassen können.“

Förderung erhalten haben:

  • Gemeinde Kusterdingen: 44.700 €, 472,8 ha
  • Gemeinde Römerstein:  56.300 €, 563,0
  • Stadt Nürtingen:  127.100 €, 1.271 ha
  • Gemeinde Birkenfeld: 74.600 €, 746,0 ha
  • Große Kreisstadt Schramberg:  30.600 €, 483,8 ha
  • Gemeinde Flourn-Winzeln: 64.800 €, 668,7 ha

Gesamt: 398.100€, 4.205 ha

Hintergrund

Die Bundeswaldprämie ist im November 2020 gestartet, es stehen insgesamt 500 Mio. € zur Verfügung. Für die Auszahlung gelten zwei Bedingungen:

  1. Die Prämie ist an die Voraussetzung einer forstlichen Zertifizierung geknüpft, die über den gesetzlichen Standard hinausgeht. Zum Beispiel braucht es in den Bewirtschaftungsplänen eine Strategie zur Anpassung der Wälder an den Klima-wandel.
  2. Außerdem muss die nachzuweisende Zertifizierung zehn Jahre gehalten werden. Bis heute wurde die Prämie von über 120.400 Waldbewirtschaftenden für insgesamt 425 Mio. € beantragt. Über 283 Mio. € sind bereits ausgezahlt worden. Bis jetzt haben über 5.200 Kommunen einen Antrag gestellt. Auch die beabsichtigte Lenkungswirkung in Richtung mehr Nachhaltigkeit der Prämie ist bereits eingetreten: Die zertifizierte Waldfläche in Deutschland ist um über 901.000 ha angestiegen.